Starker Bankensektor treibt Wall Street an

Starker Bankensektor treibt Wall Street an

NEW YORK: Entspannungssignale im Handelsstreit mit China und ein starker Bankensektor haben an der Wall Street am Montag für gute Stimmung gesorgt. Nach einer verlustreichen Woche bauten die US-Börsen ihre Gewinne im Handelsverlauf aus. Der Leitindex Dow Jones Industrial ging 1,98 Prozent höher bei 31.880,24 Punkten aus dem Handel. In der vergangenen Woche war er um 2,9 Prozent gefallen. Der marktbreite S&P 500 kletterte um 1,86 Prozent auf 3973,75 Zähler. Ins Plus drehte auch der technologielastige Nasdaq 100. Er legte um 1,68 Prozent auf 12.034,28 Punkte zu. «Trotz Lockdown-Angst nach Rekord-Infektionszahlen in Peking startet die Woche mit Risikofreude», schrieb die Landesbank BayernLB.

Dass die US-Regierung angesichts der hohen Inflationsrate erwägt, manche Strafzölle auf Importe aus China wieder abzuschaffen, werteten Experten als Kursstütze. Anleger sähen darin eine mögliche Deeskalation des Handelskriegs zwischen den beiden Wirtschafts-Supermächten, kommentierte der Börsianer Pierre Veyret vom Broker ActivTrades.

Für manche Branchenkenner kommt der Aufschwung nicht überraschend. «Während eine ökonomische Abschwächung offensichtlich ist, bleibt die Frage offen, ob es sich um eine zyklische Abkühlung handelt oder um eine Rezession», schrieb Analyst Marko Kolanovic von JPMorgan. Märkte preisten zunehmend eine Rezession ein, doch die ökonomischen Daten deuteten eher nicht darauf hin.

Wie bereits auf den europäischen Handelsplätzen war der Bankensektor der Gewinner des Tages. Optimismus machte sich etwa bei dem Dow-Mitglied JPMorgan breit, dessen Papiere an der Index-Spitze um gut sechs Prozent anzogen. Die Bank rechnet angesichts der steigenden Leitzinsen abseits des Handels mit Aktien und Anleihen mit einem diesjährigen Zinsüberschuss von mehr als 56 Milliarden US-Dollar.

Im Kielwasser verzeichneten auch andere Finanzwerte deutliche Gewinne. Citigroup und die Bank of America Gewinne von jeweils rund sechs Prozent. Die Anteilsscheine von Goldman Sachs legten um 3,2 Prozent zu, die Papiere von American Express um 3,8 Prozent.

Nach der katastrophalen Woche für Einzelhändler griffen nun die Schnäppchenjäger zu. Ross Stores, die am Freitag mit einer Gewinnwarnung ihre Anleger verprellten, legten um knapp zehn Prozent zu. Die Papiere von Walmart erholten sich mit einem Plus von knapp drei Prozent.

Der Euro profitierte von der Aussicht auf ein Ende der Negativzinsen im Euroraum. Nach US-Börsenschluss kostete die Gemeinschaftswährung 1,0686 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,0659 (Freitag: 1,0577) Dollar festgesetzt, der Dollar hat damit 0,9382 (0,9455) Euro gekostet.

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