PARIS: Missbrauchsfälle erschüttern Paris: Warum konnten verdächtige Betreuer bisher einfach die Schule wechseln? Der Bürgermeister reagiert mit einem Millionen-Aktionsplan.
In Paris stehen Dutzende Betreuer an städtischen Grundschulen unter Verdacht, Kindern sexuelle Gewalt angetan zu haben. Alleine seit Jahresbeginn seien 78 Schülerbetreuer von der Arbeit suspendiert worden, 31 davon wegen des Verdachts sexueller Gewalt, sagte der neue Pariser Bürgermeister Emmanuel Grégoire. 2025 wurden 30 Betreuer suspendiert, 16 davon wegen des Verdachts sexueller Gewalt.
Der Bürgermeister kündigte einen Aktionsplan im Volumen von 20 Millionen Euro an, der ein schnelles und transparentes Melden von Verdachtsfällen, die Einbeziehung und Betreuung der Eltern und bauliche Verbesserungen beinhaltet.
Ziel des Bürgermeisters: «Nulltoleranz»
Seit Monaten werden Eltern und Politiker in Paris von Berichten über Gewalt und Missbrauch in den Schülerhorten der Stadt aufgewühlt, denen offenbar nicht immer konsequent nachgegangen wurde. Die Missbrauchsproblematik war in der Hauptstadt Thema im Kommunalwahlkampf.
«Wir müssen alles von Grund auf neu überdenken, mit einem Ziel vor Augen: Nulltoleranz», sagte der neue sozialistische Bürgermeister. Eine unabhängige Untersuchungskommission solle die Missstände unter die Lupe nehmen. So war es bislang möglich, dass Betreuer einfach zu einer Schule in einem anderen Arrondissement der Stadt wechselten. Dem wurde ein Riegel vorgeschoben.