SOFIA (dpa) - Bei einer Polizeirazzia wegen Korruptionsverdachts an der bulgarischen Grenze zu Serbien sind mehr als 30 Zöllner und Grenzpolizisten festgenommen worden.
Die gesamte Schicht der Zöllner sowie der Chef des Zollpunkts am Grenzübergang Kalotina wurden dabei festgehalten, wie bulgarische Medien am Donnerstag berichteten. Die Zöllner und Grenzpolizisten sollen nach Informationen des Staatsfernsehens Schutzgeld von den Fahrern der durchreisenden Autos und Lastwagen erpresst haben. Den Fahrern sollen Angebote für den Schmuggel von Waffen, Drogen und Menschen gemacht worden sein.
Es seien Beweise für eine organisierte kriminelle Gruppe mit Korruptionshandlungen gesammelt worden, erläuterte Generalstaatsanwalt Iwan Geschew vor Ort den Grund für die Razzia.
Für den Verkehr nach und aus Serbien, Ungarn und Österreich ist der Grenzpunkt Kalotina der wichtigste Übergang an der bulgarisch-serbischen Grenze. Er blieb wegen der Razzia praktisch geschlossen. Es bildeten sich lange Warteschlangen von Fahrzeugen. Ähnliche Polizeiaktionen mit Festnahmen von Zöllnern hatte es in den vergangenen Jahren auch an der Grenze zur Türkei gegeben.