Hochrechnung: Prowestliche Parteien vorn

In einem Wahllokal während der Parlamentswahlen in Custendil hält eine Frau ihr Kind, um den Stimmzettel abzugeben. Foto: epa/Georgi Licovski
In einem Wahllokal während der Parlamentswahlen in Custendil hält eine Frau ihr Kind, um den Stimmzettel abzugeben. Foto: epa/Georgi Licovski

SOFIA: Die siebte Wahl binnen dreieinhalb Jahren bringt ein fragmentiertes Parlament in Sofia zustande. Zwei prowestliche Bündnisse liegen vorn. Die Bildung einer neuen Regierung ist allerdings kompliziert.

Im südöstlichen EU-Land Bulgarien haben zwei rivalisierende prowestliche Lager bei der vorgezogenen Parlamentswahl die beiden ersten Plätze belegt. Das Mitte-Rechts-Bündnis Gerb-SDS erhielt 26,4 Prozent der Stimmen, gefolgt von seinem politischen Rivalen, dem liberal-konservativen Bündnis PP-DB mit 14,2 Prozent, wie die Zentrale Wahlkommission (ZIK) nach Auszählung von 99,7 Prozent der Wahlprotokolle am Tag nach der Wahl mitteilte.

Die prorussische nationalistische und populistische Partei Wasraschdane (Wiedergeburt) schaffte es bei dieser siebten Parlamentswahl innerhalb von dreieinhalb Jahren laut ZIK mit 13,4 Prozent auf den dritten Platz. Die Bulgarinnen und Bulgaren hatten erst im Juni ein neues Parlament gewählt, doch keine Partei konnte eine reguläre Regierung bilden. Ein Interimskabinett wurde eingesetzt.

Schwierige Regierungsbildung erwartet

Bis zu neun politische Kräfte dürften die Vier-Prozent-Hürde für den Einzug ins Parlament überwinden. Diese nie da gewesene Zersplitterung der Volksversammlung dürfte die Regierungsbildung nach Auffassung von Politologen erschweren.

Ein populistischer Quereinsteiger, dessen Parteiname als Akronym Schwert auf Bulgarisch bedeutet, landete den vorläufigen Ergebnissen zufolge auf Anhieb mit 4,6 Prozent auf dem achten Platz. Mit 4,01 Prozent steht eine weitere populistische Partei ohne prowestliches Profil, Welitschie (auf Deutsch: Herrlichkeit, Grandeur), auf der Kippe. Beide Parteien haben laut Soziologen ein Protestvotum auf sich vereinigen können.

Überzeugen Sie sich von unserem Online-Abo:
Die Druckausgabe als voll farbiges PDF-Magazin weltweit herunterladen, alle Artikel vollständig lesen, im Archiv stöbern und tagesaktuelle Nachrichten per E-Mail erhalten.
Pflichtfelder

Es sind keine Kommentare zum Artikel vorhanden, bitte schreiben Sie doch den ersten Kommentar.


Sind Sie bereits Online-Abonnent? Lesen Sie die vollfarbige PDF-Ausgabe DER FARANG.