Schulbeginn treibt Eltern zu Pfandhäusern

Eine thailändische Pfandleiherin begutachtet eine von einem Kunden verpfändete Goldkette in einem von der Stadtverwaltung Bangkok betriebenen Pfandhaus. Archivbild: epa-efe/Rungroj Yongrit
Eine thailändische Pfandleiherin begutachtet eine von einem Kunden verpfändete Goldkette in einem von der Stadtverwaltung Bangkok betriebenen Pfandhaus. Archivbild: epa-efe/Rungroj Yongrit

NAKHON RATCHASIMA/YALA: In ganz Thailand nutzen zahlreiche Eltern derzeit Pfandhäuser, um kurzfristig Bargeld für Schuluniformen und andere notwendige Ausgaben zum Start des neuen Schuljahres zu beschaffen. Der Ansturm erfolgt wenige Wochen vor dem offiziellen Beginn des neuen Schulsemesters am 16. Mai 2025.

Städtische und private Pfandhäuser im ganzen Land haben sich auf die hohe Nachfrage vorbereitet und ihre Bargeldreserven aufgestockt. Allein die drei Filialen der von der Stadt Nakhon Ratchasima betriebenen Pfandhäuser verfügen über insgesamt 300 Millionen Baht in bar. Zusätzlich werden vergünstigte Zinssätze angeboten, um einkommensschwache Familien zu unterstützen.

„Wir haben genug Bargeld, um alle Kunden zu bedienen“, versicherte Siriphan Kuanha, Filialleiterin der zweiten Niederlassung gegenüber Reportern der „Bangkok Post“.

Auch in der südlichen Provinz Yala bereitet man sich auf ein hohes Kundenaufkommen vor. Das städtische Pfandhaus der Provinzhauptstadt verfügt laut der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit über 100 Millionen Baht in bar. Der stellvertretende Leiter Charoonrat Lamrassamee rechnet in der kommenden Woche mit noch mehr Besuchern.

In Nakhon Ratchasima zeigt ein Blick in das Lager der zweiten Filiale die Bandbreite der verpfändeten Gegenstände – von Amuletten in Goldrahmen über Gasflaschen bis hin zu Haushaltsgeräten wie Kühlschränken und Waschmaschinen.

Nicht immer gelingt das Verpfänden jedoch reibungslos: Ein Mann aus dem Bezirk Pak Kret in Nonthaburi fuhr am Samstag (3. Mai 2025) fünf Pfandhäuser an, um einen 40-Zoll-Fernseher zu hinterlegen – ohne Erfolg. Die Läden lehnten ab, unter anderem mit Verweis auf Platzmangel. Der Mann sah sich schließlich gezwungen, bei einem Kredithai 1.000 Baht aufzunehmen, um die Gebühren für seinen fünfjährigen Neffen zu begleichen.

„Pfandhäuser sollten außen deutlich sichtbar anbringen, dass sie keine Fernseher annehmen“, sagte er gegenüber „Thai PBS“.

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Norbert Schettler 07.05.25 19:10
Michael
Obwohl auch ich der Meinung bin, das die Schuluniformen nicht der hauptsächlichr Grund für den Gang ins Pfandhaus sind, billig sind Sachen aber nicht grade. Es sei denn, man kauft in einem halben Jahr. Und @Roman, mit dem weiter geben ist das auch so eine Sache. Denk mal an die Stickereien mit dem Namen des Trägers.
Roman Knöpfel 07.05.25 15:20
@ Berner
Ich lebe seit Jahren in Thailand und zwar nicht in einer Expat- Siedlung, sondern als einziger Farang in einem Dorf unter lauter Thais. Ich sehe von meinem Haus aus, was hier abgeht. Ich weiss welche Leute ihr spärliches Geld bei meiner Nachbarin, beim Glücksspiel verzocken, ich sehe welche Schüler mit einem neuen Moped zur Schule geht, ich weiss welche Jungs arbeiten und welche Jungs mit Yaba dealen. Glücksspiel wie Yaba Dealer werden gegen Teegeld von der Polizei und von der Armee verschont.
Erzählen Sie mir nichts über Thailand, ich sehe es tagtäglich was abgeht!
P.S. die Damen und Herren, die dem Glücksspiel frönen bezahlen täglich 100 THB an die Mutter des Polizisten, der Telefonisch alarmiert, falls Spezialeinheiten anrücken sollten.
Moritz Berner 07.05.25 13:00
@Roman Knöpfel
Alter Roman vielleicht einfach mal das Boomerdasein überdenken und nich einfach irgend nen Quatsch von sich geben wenn man keine Ahnung vom Leben der Menschen in Thailand hat. Bei nem Mindestlohn von 15000 baht im Monat fällt es halt dem durschnittsthai nicht so einfach ne Familie über die Runden zubringen wie dir der aus ner komfortablen Position in Deutschland rüberschaut. Leute arbeiten sich da halber zu Tode und trotzdem reicht es hinten und vorne nicht wozu sie dann gezwungen werden solche Maßnahmen zu ergreifen. Sich darüber lustig zu machen ist einfach das letzte.
Roman Knöpfel 06.05.25 19:30
Ich denke nicht
dass die Schuluniformen sind, die die Thais zu Schuldnern macht, sondern, das neue Moped für den Sohn, der lieber mit Freunden herumhängt statt in die sSchule oder zur Arbeit zu gehen. Zudem muss die Rate fürs Auto, der neue TV, der Computer usw. auch noch abbezahlt werden. Auch beim Shop im Dorf hat man angeschrieben. Ich wüsste noch viele Gründe, aber keiner betrifft die Schuluniform, die wird eh von einem Kind zum andern weiter gereicht.
Hans-Jürgen Thomas Kirchner 06.05.25 18:10
Schuluniform?
Hatte ich nicht kürzlich hier gelesen, dass Schuluniformen Schnee von gestern sind? Oder irre ich mich da gewaltig?
Detlev 06.05.25 17:20
Komisch
Vor 2 oder 3 Tagen lag ein Bericht vor,dass die Thai's alle glücklich sind mit ihrer Situation. Geldhai oder Pfandhaus gehört dazu? Wieder dazu gelernt.
Wildfried Mond 06.05.25 16:40
Das sollte nicht sein
Dass Familien wegen der Schuluniform in die Pfandhäuser und zur Mafia getrieben werden.

Weshalb wird kein Fond von den „Reichen“ gegründet, der genau diese Kosten für Arme abdeckt ?
leschim alex 06.05.25 11:30
Ein Armutszeugnis fuer ein .....
..... ganzes Land.

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