Russischer Patriarch geht nicht auf Vermittlungsbitte ein

Russischer Patriarch geht nicht auf Vermittlungsbitte ein

GENF: Der Patriarch der Russisch-Orthodoxen Kirche, Kyrill, ist auf die Bitte des Ökumenischen Rats der Kirchen um Bemühungen für ein Ende des Krieges in der Ukraine nicht eingegangen. In einem Brief beschuldigte er dagegen «Kräfte, die Russland offen als ihren Feind betrachten», für den Konflikt verantwortlich zu sein. Er warf der Nato vor, ihre militärische Präsenz an Russlands Grenzen ausgebaut und Russlands Sorgen vor einem Angriff ignoriert zu haben.

Kyrill wirft ausländischen Kräften vor, bewusst einen Keil zwischen Russen und Ukrainer zu treiben und zu versuchen, die Menschen der Ukraine «umzuerziehen», um sie zu Feinden Russlands zu machen. «Dieser tragische Konflikt ist Teil einer großangelegten geopolitischen Strategie geworden, dessen oberstes Ziel es ist, Russland zu schwächen», schrieb der Patriarch nach der englischen Übersetzung. Die Sanktionen gegen Russland seien darauf angelegt, die Bevölkerung zu treffen, schrieb er. «Die Russophobie breitet sich in der westlichen Welt in einem noch nie da gewesenen Tempo aus.» Er bete für einen dauerhaften und gerechten Frieden, schrieb Kyrill.

Der Ökumenische Rat der Kirchen mit Sitz in Genf veröffentlichte den Brief von Kyrill vom 10. März auf seiner Webseite in englischer Übersetzung. Ioan Sauca, der amtierende Generalsekretär des Rates, hatte Kyrill in einem Schreiben vom 2. März gebeten zu vermitteln, um ein Ende des Krieges zu erreichen. Der Rat vertritt 580 Millionen Christinnen und Christen weltweit, die in 352 Kirchen in etwa 120 Ländern organisiert sind. Die Russisch-Orthodoxe Kirche ist seit 1961 Mitglied des Rats. Die Russisch-Orthodoxe Kirche veröffentlichte das Schreiben ebenfalls, im Original. Der Ökumenische Rat der Kirchen kommentierte den Brief des Patriarchen zunächst nicht.

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