Rund die Hälfte in Deutschland für Grenzschließung für Flüchtlinge

Grafik: DER FARANG
Grafik: DER FARANG

GENF: Jüngere zeigen sich offener, Ältere bleiben skeptisch: die Einstellungen in Deutschland zu Motiven und zur Integration von Flüchtlingen im internationalen Vergleich.

In Deutschland haben sich in einer repräsentativen Umfrage 51 Prozent für eine vollständige Schließung der Grenzen für Flüchtlinge ausgesprochen - gleichzeitig befürworten 69 Prozent das Recht, in einem anderen Land Schutz vor Krieg oder Verfolgung zu suchen.

Diesen scheinbaren Widerspruch zeigt eine neue globale Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Ipsos UK, die gemeinsam mit dem UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR veröffentlicht wurde.

Es zeige sich in vielen Ländern, dass Menschen sowohl grundsätzlich für Flüchtlingsschutz, aber gleichzeitig skeptisch über die Umsetzung seien, sagte die Ipsos UK-Direktorin Trinh Tu.

Befragt wurden 21.521 Erwachsene in 29 Ländern zwischen dem 24. April und dem 8. Mai 2026. Die rund 1.000 Befragten in Deutschland gelten als repräsentativ für die Bevölkerung. Das Institut gibt die Fehlertoleranz bei 1.000 Befragten mit plus oder minus 3,5 Prozentpunkten an.

Skepsis über Motive

62 Prozent der Befragten in Deutschland waren der Meinung, viele Asylsuchende seien nicht wirklich schutzbedürftig, sondern suchten wirtschaftlichen Chancen oder Sozialleistungen. Die Einstellungen in Deutschland entsprechen in etwa dem Durchschnitt in den 29 Ländern.

Besonders skeptisch waren die Menschen in Deutschland aber in Bezug auf die Integration: In allen Ländern zusammen glauben im Durchschnitt 44 Prozent, dass Flüchtlinge sich erfolgreich integrieren werden.

In Deutschland waren es nur 30 Prozent. Hier sehen auch nur 35 Prozent einen positiven Beitrag von Flüchtlingen, verglichen mit 39 Prozent in allen Ländern zusammen.

Überall zeigen sich Generationsunterschiede: Menschen der Generation Z (Jahrgänge 1997-2012) sind in allen Ländern aufgeschlossener als ältere.

49 Prozent dieser Altersgruppe weltweit glauben, Flüchtlinge würden sich erfolgreich integrieren - verglichen mit nur 39 Prozent der Babyboomer (1946-1964).

Auch Zweifel an den Motiven der Schutzsuchenden und Unterstützung für Grenzschließungen sind bei Jüngeren seltener, wenngleich sie in allen Generationen verbreitet bleiben.

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