PATTAYA: Reiner Calmund besuchte im Januar Pattaya, wo er langjährige Freunde traf, das gastronomische Angebot genoss und zu einem Charity-Dinner einlud. In der tropischen Poolvilla von Ingeborg und Jürgen Schlag (im Bild) traf sich DER FARANG mit Calli und unterhielt sich mit ihm über sein unermüdliches Engagement für Pattayas Waisenkinder und seine absoluten Urlaubshighlights.
In einem exklusiven Interview mit Redaktionsleiter Björn Jahner teilt der bekannte deutsche Fußballmanager und TV-Persönlichkeit Reiner Calmund seine beeindruckenden Erlebnisse und besonderen Begegnungen während seines Aufenthalts in Thailand. Mit seiner unverwechselbaren Begeisterung und Herzlichkeit erzählt Calmund von den Höhepunkten seines Urlaubs, seinem tiefgreifenden Engagement für wohltätige Zwecke und den persönlichen Momenten, die seinen Besuch in Thailand unvergesslich gemacht haben.
DER FARANG: Reiner, was waren Deine drei Highlights Deines Thailand-Urlaubs?
Reiner Calmund: Da gibt es einige! Aber wenn ich mich festlegen muss:
1. Highlight: Ich habe mich sehr über die Einladung von Ingeborg und Jürgen Schlag gefreut. Es hat mir großen Spaß gemacht, abends mit Jürgen bis in die Puppen zu diskutieren. Als altes Leckermäulchen habe ich natürlich genossen, dass Ingeborg kocht wie eine Spitzenköchin.
2. Highlight: Wo fängt man an, wo hört man auf? Die Gastfreundschaft der Thais ist sprichwörtlich, es gibt so viele wunderbare Plätze, egal in welcher Ecke des Landes. Unser Aufenthalt in Hua Hin gehört schon fast zur Familien-Tradition, ich liebe die Ruhe dort und diese wunderbaren Strände. Als Einstieg in den Urlaub ist diese Gegend optimal, weil sie ganz anders ist als der Schmelztiegel Pattaya. Mein anschließender Aufenthalt im Andaz Pattaya Jomtien Beach by Hyatt war eine echte Überraschung. Das ist ein absolutes Firstclass-Hotel, das Pattaya noch einmal aufwertet. Die Zimmer, der Service, die Restaurants – vor allem das Steakhouse: Alles ist absolute Spitzenklasse! Ich war mehrmals dort essen und muss sagen, von der Optik und Qualität her ist das allerhöchste Liga. Ich bin ja seit Jahrzehnten Kunde von Hyatt, vor allem durch meine Fernsehkarriere. Hier ist ihnen etwas Sensationelles gelungen.
3. Highlight: Kulinarisch hat mich Pattaya wieder begeistert. Zwei Restaurants verdienen alle Sterne: Das Ristorante da Marco, das in Ambiente und Essensqualität nicht zu toppen ist, und Poseidon’s Wine Cellar von Heiko Klimanschewsky und Chefkoch Bart Munsters. Was dort auf die Beine gestellt wurde, insbesondere das Charity Dinner zugunsten der Human Help Network Foundation Thailand, war Weltklasse. Ich liebe Picanha und Snowfish – und hier habe ich das beste Picanha meines Lebens gegessen. Heiko hat zudem drei ehemalige Waisenkinder aus dem Pattaya Orphanage in seinem Restaurant angestellt, darunter den Souschef und den Restaurantleiter.
DER FARANG: Du hast beim Charity Dinner fünf Personen besonders geehrt. Was bedeuten sie Dir und für die Human Help Network Foundation?
Reiner Calmund: Ja, das war mir sehr wichtig.
Ce-eff Krüger: Ce-eff ist eine ganz besondere Persönlichkeit. Selbst mit 87 Jahren zeigt er ein unglaubliches Engagement für die Waisenkinder. Sein Einsatz hat dazu geführt, dass Human Help Network e. V. überhaupt auf das Waisenhaus in Pattaya aufmerksam wurde. Durch seine Leidenschaft und Hartnäckigkeit wurde eine Brücke zwischen Deutschland und Thailand gebaut, die bis heute trägt. Was mich besonders beeindruckt hat, ist, dass Ce-eff nicht nur redet, sondern handelt. Viele Leute versprechen viel, aber er hat etwas Konkretes auf die Beine gestellt und damit unzähligen Kindern eine bessere Zukunft ermöglicht. Er war es, der den Grundstein für diese Zusammenarbeit gelegt hat. Sein unermüdlicher Einsatz für die Kinder ist bewundernswert. Zudem ist er mit seinem riesigen Netzwerk eine unverzichtbare Stütze für die gesamte Organisation.
Ewald Dietrich: Ewald war der Gründer von Human Help Network e. V. in Deutschland. Sein plötzlicher Tod im vergangenen Jahr hat uns alle tief getroffen. Ich habe seinen Kampf um sein Leben eng miterlebt, und es war bewegend zu sehen, wie sehr er bis zuletzt für die Waisenhäuser in Pattaya und andere soziale Projekte gekämpft hat. Er hatte eine unglaubliche Leidenschaft für das Wohl der Kinder und hat sein Leben dieser Aufgabe gewidmet. Seine Verbindung zu Ce-eff Krüger war eine besondere: Ce-eff hatte das berühmte Mainzer Unterhaus gegründet, und als Ewald sein Nachfolger wurde, hatte Ce-eff ihn wohl nicht nur als Theaterleiter, sondern auch als sozialen Kämpfer in die Pflicht genommen. Ewald hat das soziale Engagement von Ce-eff in beeindruckender Weise fortgeführt und die Arbeit der Organisation auf Thailand ausgeweitet.
Hans Günther Müller: Einer der wichtigsten Sponsoren, der aufgrund einer Erkrankung nicht am Charity-Abend teilnehmen konnte. Seine Unterstützung ist unbezahlbar. Er hat immer großzügig geholfen. Sein Engagement reicht weit über finanzielle Mittel hinaus – er hat nicht nur ein gutes, sondern ein goldenes Herz.
Malte Wolf: Der Nachfolger von Ewald Dietrich. Er macht seine Sache großartig und bringt frischen Wind in das Projekt. Natürlich gibt es immer Skepsis, wenn eine neue Generation das Ruder übernimmt, aber Malte hat bewiesen, dass er das Projekt mit voller Energie vorantreibt. Auch Hans Günther Müller hat ihm nach den Gesprächen sein Vertrauen geschenkt. Es ist schön zu sehen, dass Human Help Network weiterhin in guten Händen ist.
Und natürlich mein „Engel von Siam“: Khun Toy, die Seele des Pattaya Orphanage. Ihre Liebe und Leidenschaft für die Kinder ist einfach inspirierend. Sie kennt jedes Kind beim Namen und setzt sich mit einer beispiellosen Hingabe für deren Wohl ein.
DER FARANG: Auch Heiko Klimanschewsky ist eng mit dem Pattaya Orphanage verbunden.
Reiner Calmund: Ja, Heiko hat sich u.a. als Trainer der Fußballmannschaft des Pattaya Orphanage engagiert. 2010 gewannen die Waisenkinder während eines von uns organisierten Deutschlandbesuches ein Turnier des SG Wald-Michelbach im Odenwald, hatten aber vor lauter Aufregung den Pokal vergessen. Glücklicherweise brachte Manfred Becker ihn nach Pattaya zurück und spendete noch einen Satz Trikots vom VfL Birkenau. Ich habe damals gefordert, dass das Team zu gleichen Teilen aus den besten Spielern und den leistungsstärksten sowie sozial engagierten Schülern besteht – denn Spaß und Bildung müssen Hand in Hand gehen.
DER FARANG: Bei Deinem Charity Dinner hast Du Deine beiden Lieblingsmusiker zusammen auftreten lassen: Jayson Talla Camilo und Elisa Wehrle. Wie war das?
Reiner Calmund: Fantastisch! Elisa ist Weltklasse, aber mit Jayson an ihrer Seite war das Ganze noch beeindruckender. Die beiden hatten vorher nur einmal geprobt und trotzdem eine Wahnsinns-Performance hingelegt. Besonders „Phantom der Oper“ war sensationell.
DER FARANG: Wieviel Spendengeld kam zusammen?
Reiner Calmund: 350.000 Baht – das war wirklich gut für eine kleine Runde von 40 Leuten! Heiko hat außerdem Essen und Personal gesponsert, also gingen alle Spenden direkt an die Kinder.
DER FARANG: Worum ging es Dir beim Charity Dinner?
Reiner Calmund: Es ging darum, Leute zu mobilisieren. Die Musiker haben umsonst gespielt, Heiko und Bart haben alles zum Selbstkostenpreis organisiert. Die Stimmung war super, und es kam eine stolze Summe zusammen.
DER FARANG: Wie bist Du auf Human Help Network aufmerksam geworden?
Reiner Calmund: Ewald Dietrich fragte mich 2008, was ich mir zum Geburtstag wünsche. Ich sagte: „Gar nichts, das geht mir auf den Sack!“ (lacht). Er schlug vor, dass meine Gäste stattdessen für Human Help Network spenden. Ich entschied mich für die Unterstützung des Pattaya Orphanage. Seitdem habe ich das bei jedem runden Geburtstag wiederholt. Zu meinem 75. kamen über 200.000 Euro zusammen. Mir geht es darum, dass Menschen, denen es gut geht, auch an die Kinder denken.
DER FARANG: Gibt es weitere persönliche Erinnerungen oder Momente in Thailand, die Dir besonders im Kopf geblieben sind?
Reiner Calmund: Ja, eine schöne Geschichte fällt mir da noch ein. Während meines Aufenthalts in Pattaya habe ich einige ehemalige Waisenkinder getroffen, die mittlerweile erfolgreiche Karrieren gestartet haben – sei es in der Gastronomie oder in anderen Bereichen. Es ist berührend zu sehen, wie sich ihr Leben entwickelt hat und welchen Beitrag Human Help Network dazu geleistet hat. Drei der ehemaligen Waisenkinder, die ich vor Jahren kennengelernt habe, arbeiten heute bei Heiko im Poseidon. Tom ist inzwischen der zweite Küchenchef, während ein weiteres ehemaliges Waisenkind als Restaurantleiter tätig ist. Ein drittes arbeitet als Bedienungspersonal. Das sind die Momente, die zeigen, wie viel Gutes aus diesen Projekten hervorgeht.
DER FARANG: Wie können sich unsere Leser für die Human Help Network Foundation engagieren?
Reiner Calmund: Es gibt viele Möglichkeiten! Natürlich kann man spenden, aber genauso wichtig ist es, Bewusstsein für die Arbeit der Stiftung zu schaffen. Wer nach Thailand reist, kann das Pattaya Orphanage besuchen oder sich über die Projekte informieren. Man kann ehrenamtlich helfen oder durch kleine Spendenaktionen im eigenen Umfeld das Bewusstsein für das Thema stärken. Jeder kleine Beitrag hilft!
DER FARANG: Wie geht es Dir gesundheitlich?
Reiner Calmund: Ich hatte im Dezember einen Zusammenbruch während „Grill den Henssler“. Zum Glück war es kein Herzinfarkt, sondern „nur“ Vorhofflimmern. Ich war dann zehn Tage später nochmal kurz im Krankenhaus. Mir wurde ein Stent gesetzt. Meine Frau Sylvia hat mich in der Zeit unglaublich unterstützt, und jetzt geht es mir wieder bestens. Ich habe Weihnachten mit meiner Familie in Thüringen verbracht und dann den Thailand-Urlaub in vollen Zügen genossen.
DER FARANG: Warum Thailand?
Reiner Calmund: Thailand ist ein fantastisches Land mit fairen Preisen für jede Geldbörse. Sonne, Meer, tolles Essen und unglaublich nette Menschen – was will man mehr?
DER FARANG: Vielen Dank, Reiner, für das ausführliche Gespräch und Dein großartiges Engagement!
Reiner Calmund: Sehr gerne! Und vielen Dank an Euch für die tolle Arbeit, die ihr mit dem Magazin und Eurer Berichterstattung leistet!