Bedenken zu Fusion der französischen TV-Gruppen

Foto: epa/Sebastien Nogier
Foto: epa/Sebastien Nogier

PARIS/KÖLN: Eine von RTL angestrebte Fusion der großen privaten Fernsehgruppen TF1 und M6 in Frankreich ist wegen eines Prüfberichts deutlich unsicherer geworden. Die zuständige französische Wettbewerbsbehörde teilte am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur mit, dass man gewisse Wettbewerbssorgen habe. Details wurden nicht genannt, der Bericht sei in der vergangenen Woche an die Parteien übermittelt worden.

TF1-Eigentümer Bouygues und M6-Anteilseigner RTL hatten am Dienstag jeweils mitgeteilt, dass in dem Bericht, der nicht frei zugänglich ist und der noch keine endgültige Entscheidung vorwegnehme, wettbewerbsrechtliche Bedenken aufgeführt sind - insbesondere zum Werbemarkt. Die Unternehmen deuteten an, dass Art und Umfang der im Bericht geforderten Maßnahmen am Ende dazu führen könnten, dass man einen Rückzieher machen würde. Man wolle in den nächsten Wochen der Wettbewerbsbehörde antworten.

Es soll laut Behörde zudem eine Anhörung am 5. und 6. September geben, im Oktober könnte eine Entscheidung fallen.

Die börsennotierte RTL Group, die zu Bertelsmann gehört, verfolgt in Europa die Strategie, in den Märkten der jeweiligen Länder durch Kooperationen oder Zusammenschlüsse starke Player zu schaffen, um der Konkurrenz der US-Streamingriesen lokal etwas entgegensetzen zu können. In Frankreich ist die Fusion der Sendergruppen bis Jahresende geplant. Die RTL-Gruppe würde ihren gesamten Anteil in das fusionierte Unternehmen einbringen und dann Anteile an den TF1-Eigentümer Bouygues verkaufen. Am Ende will RTL als zweitgrößter Aktionär beteiligt sein. Im Mai 2021 waren die Fusionspläne bekanntgeworden.

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