Drohung gegen Machado

​Preisverleihung ohne Nobelpreisträgerin?

Die venezolanische Oppositionsführerin Maria Corina Machado gewinnt den Friedensnobelpreis. Foto: epa/Miguel Gutierrez
Die venezolanische Oppositionsführerin Maria Corina Machado gewinnt den Friedensnobelpreis. Foto: epa/Miguel Gutierrez

OSLO: In einem Interview lässt die Friedensnobelpreisträgerin offen, ob sie nächste Woche nach Oslo kommen kann. Das hat gute Gründe. Zu Trumps Vorgehen gegen ihren Widersacher Maduro wird sie deutlich.

Wird es eine Preisverleihung ohne Preisträgerin? Eine Woche vor der Übergabe des Friedensnobelpreises ist unklar, ob die venezolanische Oppositionsführerin María Corina Machado für die feierliche Zeremonie nach Oslo reisen kann. Sie tue alles, was sie könne, um für die größte Ehrung ihres Lebens nach Norwegen zu kommen, sagte die Widersacherin des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro in einem Interview des norwegischen Rundfunksenders NRK. Jedoch drohen ihr bei der Wiedereinreise nach Venezuela schwerwiegende Folgen.

Machado hat den diesjährigen Friedensnobelpreis im Oktober für ihren Einsatz für die demokratischen Rechte des venezolanischen Volkes zugesprochen bekommen. Traditionell wird der prestigeträchtige Preis am 10. Dezember im Rathaus von Oslo überreicht.

Reise nach Oslo mit großem Risiko verbunden

Rund um Machados Teilnahme an den Osloer Feierlichkeiten gibt es wegen ihrer Situation im Konflikt mit Maduro jedoch seit Wochen Unsicherheiten. Machado lebt in Venezuela an einem geheimen Ort.

Das norwegische Nobelkomitee plant zwar nach wie vor mit ihr. Zuletzt hatte jedoch die venezolanische Staatsanwaltschaft gedroht, die 58-Jährige aufgrund verschiedener Ermittlungen gegen sie als flüchtig zu betrachten, sollte sie das Land verlassen. Ihr könnte damit möglicherweise die Festnahme, ein Einreiseverbot oder Schlimmeres drohen, wenn sie aus Oslo nach Venezuela zurückkehren würde.

«Mir sind alle erdenklichen Verbrechen vorgeworfen worden, bis hin zu Terrorismus», sagte Machado nun in dem Video-Interview. «Das Regime ist sehr deutlich geworden. Maduro hat gesagt, dass sie mich töten werden, wenn sie mich erwischen.»

Machado begrüßt Trumps Druck auf Maduro

Machado gilt als einende Kraft der Opposition in Venezuela und entschiedene Widersacherin des seit 2013 autoritär regierenden Maduro.

Dass US-Präsident Donald Trump mit einer verstärkten US-Militärpräsenz in der Karibik und auch in seinen Aussagen seit Wochen den Druck auf Maduro erhöht, heißt Machado willkommen. Es sei an der Zeit, dass Maduro verstehe, dass er abtreten müsse, sagte sie.

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