Jagland nach Epstein-Skandal in Klinik

Thorbjorn Jagland spricht bei einer Pressekonferenz mit Außenminister Maas in Berlin über Zusammenarbeit im Europarat. Foto: epa/Hayoung Jeon
Thorbjorn Jagland spricht bei einer Pressekonferenz mit Außenminister Maas in Berlin über Zusammenarbeit im Europarat. Foto: epa/Hayoung Jeon

OSLO: Norwegens ehemaliger Ministerpräsident Thorbjørn Jagland taucht prominent in den Epstein-Akten auf, die Behörden ermitteln. Das scheint den 75-Jährigen auch gesundheitlich zu belasten.

Der ehemalige norwegische Ministerpräsident Thorbjørn Jagland ist nach Angaben seines Anwalts aufgrund der Belastung durch den Epstein-Skandal ins Krankenhaus eingeliefert worden. Das berichtet unter anderem die Nachrichtenagentur NTB. Der 75-Jährige werde demnach langfristig medizinisch betreut. Jagland ist eine der prominentesten Persönlichkeiten, die durch die Freigabe der Akten zu Sexualstraftäter Jeffrey Epstein in Bedrängnis geraten sind.

In Norwegen ermitteln den Behörden wegen des Vorwurfs der schweren Korruption. Der frühere Spitzenpolitiker soll während seiner Zeit im Europarat in Epsteins Apartments in Paris und New York übernachtet und in dessen Anwesen in Palm Beach Urlaub gemacht haben. Der 2019 in Haft gestorbene US-Multimillionär Epstein hatte über Jahre einen Missbrauchsring betrieben mit einer bis heute unbekannten hohe Zahl an teils minderjährigen Opfern.

Durchsuchungen in Norwegen

Jaglands Anwalt hatte mitgeteilt, dass sein Mandant mit der zuständigen Ermittlungsbehörde zusammenarbeite, er meine aber nicht, dass Umstände vorliegen, die zu einer Strafverfolgung führen. Beamte der Behörde zur Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität hatten Durchsuchungen in Wohnsitzen des 75-Jährigen durchgeführt.

Jagland war nach seiner Zeit als Ministerpräsident (1996 bis 1997) jahrelang Generalsekretär des Europarates sowie Vorsitzender des norwegischen Nobelkomitees gewesen. Der Europarat hatte zuletzt auf Wunsch Norwegens die Immunität in Bezug auf Jaglands Amtszeit als Generalsekretär der Menschenrechtsorganisation von 2009 bis 2019 aufgehoben.

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