Präsident: „THAI von Schließung bedroht“

Geparkte Maschinen der Thai Airways International am Bangkoker Suvarnabhumi Airport. Foto: The Thaiger
Geparkte Maschinen der Thai Airways International am Bangkoker Suvarnabhumi Airport. Foto: The Thaiger

BANGKOK: Der Präsident von Thai Airways International (THAI), Sumeth Damrongchaitham, forderte am Dienstag die Mitarbeiter auf, härter zu arbeiten, weil sich die nationale Fluggesellschaft in einer Krise befinde und von einer Schließung bedroht sei.

Seine Botschaft übermittelte er THAI-Führungskräften während einer Schulung im Hauptquartier der Fluggesellschaft. Zum ersten Mal hat Sumeth zugegeben, dass sich die Fluggesellschaft in ernsthaften Schwierigkeiten befindet. Die Mitarbeiter müssten vereint die Hindernisse überwinden. Andernfalls müsse die nationale Fluggesellschaft schließen. Es bleibe noch Zeit für eine Lösung, aber es bleibe nicht viel Zeit, sagte Sumeth.

Die THAI habe seine Marktführerschaft auf mehreren Strecken an Konkurrenten verloren, so auf der lukrativen Nordstrecken und auf Flügen nach Ostasien. Jetzt dominierten dort Billigfluggesellschaften. Sumeth fügte hinzu, dass die europäischen Strecken aufgrund mehrerer Faktoren, einschließlich des starken Baht und der wirtschaftlichen Auswirkungen des Brexits, nicht so viel Umsatz bringen würden, wie die Fluggesellschaft erhofft habe.

Laut einer Quelle des Verkehrsministeriums verzeichnete THAI in der ersten Jahreshälfte einen Verlust von 6,44 Milliarden Baht, der sich voraussichtlich im gesamten Jahr auf 10 Milliarden Baht erhöhen wird. Der diesjährige Verlust dürfte die aufgelaufenen Verluste der Fluggesellschaft auf 280 Milliarden Baht erhöhen. Mit mehr als 20.000 Mitarbeitern ist THAI einer der weltweit größten Arbeitgeber von Fluggesellschaften.

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Thomas Thoenes 24.10.19 21:19
@Gerhard Pflugfelder
Was sollten wir ihrer Meinung nach tun? Eine Spendenaktion durch führen oder trotz all unserer negativen persönlichen Erfahrungen wieder auf die teure Thai Air umsteigen? Ihrem Satz: ich hatte nie Grund zu WIRKLICHEN Beschwerden... ist doch zu entnehmen das es schon Missstände gab die ihnen persönlich aber nicht wichtig genug für eine Beschwerde waren. Andere sehen das anders. Ob es die Filme sind die gefühlt nur alle 2 Jahre erneuert werden. Den genervten Ausdruck im Gesicht der Flugbegleiterin wenn man nach einem Getränk fragt während sie gerade an ihrem Handy spielt, die unzureichenden Englischkenntnisse des Personals und und und. So hat halt jeder seins. Eine der wichtigsten Regeln bei jedem Geschäft ist du brauchst 100 positive Bewertungen um 1 Negative aus zu gleichen. Es sind nämlich die negativen Erfahrungen die breit getreten werden. Ob im Freundeskreis oder öffentlich. Niemand macht sich die Arbeit in den sozialen Medien von einem reibungslosen Flug zu berichten. Aber jeder postet seine Beschwerde. Bestes Beispiel sind die hier geposteten Kommentare. Sind nicht wirklich viele positive Erfahrungen dabei. Solange der Staat Thai Air immer weider aus dem Schuldensumpf befreit hat, hat sich dort niemand Gedanken über Verbesserungen gemacht. Jetzt wo der Hahn zu ist, ist das Geschrei groß und es wird Ursachenforschung betrieben und nach Lösungen gesucht. Die aber leider wieder die Kleinen Rädchen im Getriebe treffen werden.
Norbert Kurt Leupi 24.10.19 15:05
Bitte doch / Herr R.Huet
Also dann doch lieber in Finnland oder in einem Staat auf der arabischen Halbinsel umsteigen , als nach einem Startabruch einer Thai-Maschine (wie letzthin bei Flug 970 nach ZRH ) auf der Piste aussteigen, einen Tag ( bei vielen einen wichtigen ) im Hotel verbringen und wegen den überhöhten Flugpreisen auch noch 200-300 Euro verlieren ! " A votre Plaisir " !
Jürgen Franke 24.10.19 15:02
Super, Herr Schönholzer, wie Sie die
Problematik der Thai Air auf den Punkt gebracht haben. Aber so ist das nun mal im Kapitalismus. Wenn Manager keinen Bonus bekommen würden, hätten sie den Arbeitsvertrag auch sicherlich nicht unterschrieben, denn bei einer Pleite, haben Gehaltszahlungen immer vorrang vor allen anderen Forderungen.
Ralf Huet 24.10.19 14:02
Bitte nicht!
Mal abgesehen, dass ich für nächsten April Flüge mit Thai bereits gebucht habe, kann ich viele Kritikpunkte nicht nachvollziehen! Zumindest in der Economy ist Service und Qualität trotz gewisser Sparmaßnahmen (die es aber leider bei jeder Linie gab) immer noch besser als bei den meisten Konkurrenten.
Ich habe auch dort noch nie unfreundliche Flugbegleiter erlebt, im Gegenteil! Und hier genannte Alternativen bieten auch kaum die tollen Direktflüge an, nochmal in Finnland oder Arabien umzusteigen, steigert kaum den Flugkomfort!
Ich kann mir schwerlich vorstellen, dass Thailand in Zukunft auf eine eigene Airline verzichtet, während die Nachbarländer weiter welch haben, das lässt doch der Stolz gar nicht zu!
Zumal hat ja auch die Hotellerie aktuell ihre Probleme, die würde man mit einem Verzicht auf Thai ja nochmal multiplizieren, dann kann man das Land gleich beerdigen! Ich halte es daher für wahrscheinlicher, dass man das Königshaus zum Teufel jagt, als dass man Thai aufgibt.
Peter Koch 24.10.19 14:01
Ueber den Tellerrand
Hier scheint vielen nicht bewusst; ThaiAirways ist im Verbund der StarAlliance. Leader Airline ist dort die Lufthansa. Als diese damals die marode Swiss Airlines fuer ein Butterbrot uebernahm, wurde Thai Airways auf vielen europaeischen Destinationen benachteiligt.
Frueher mussten Swissflieger die ueberbuchten Fluggaeste der guenstigeren Thai uebernehmen. Seit die Lufthansa die Swiss vollsubventioniert, hat sich der Spiess gedreht. Lufthansa zeichnet sich dafuer verantwortlich, dass europaeische Hubs fuer Thai unrentabel wurden.
Das in Asien immer mehr Billigairlines das Ruder uebernehmen tut dann besonders weh und gibt der Thai langfristig den Rest.
Mich wuerde nicht wundern, wenn Lufthansa sich ploetzlich als Retter darstellt und Thai fuer einen symbolischen $$$ uebernimmt und dafuer die Schulden innert 20 Jahren begleicht. Die Parallelen zum Swiss-Fiasko sind nicht von der Hand zu weisen.
Patrick Knabl 23.10.19 23:20
Unmengen an Personal
So viel Personal bei einer Thai Firma ist nicht verwunderlich. Bei vielen Banken zBsp.gibt es ja auch für jeden denkbaren Handgriff Personal, egal wie unnötig und lächerlich die Position auch sein mag. Ich denke mal das es so ähnlich auch bei Thai Airways sein wird. Nur wohin mit soviel unqualifizierten Menschen, welche sich auch nicht wirklich fortbilden wollen( sehe ich tgl an meinem Arbeitsplatz). Die Reg. gibt ja kund das es so wenige Arbeitslose in Siam gibt=》 ob diese Stellen so gut für ein Unternehmen sind wage ich zu bezweifeln. Ich glaube das hier grundsätzlich in Sachen Bildung bzw. pers. Motivation zum eigenen Skill update getan werden soll/ muss......die Kette ist ja nur so stark wie Ihr schwächstes Glied.......dies gepaart mit der überall praktizierten und akzeptierten Korruption sind diese Zahlen sicher nicht verwunderlich
Rudolf Lippert 23.10.19 23:19
Ja, klar
die Mitarbeiter müssen "härter" arbeiten. ..." Die Mitarbeiter müssten vereint die Hindernisse überwinden...",
"...wirtschaftliche Auswirkungen des Brexit..."So ein Unsinn. Das Management hat versagt ist die Übersetzung davon. Jetzt dominierten auf für Thai wichtigen Routen Billigfluggesellschaften. So ein Schwachsinn. Mit denen stand Thai nie in Konkurrenz, hatte es auch nicht nötig. Thai ist/war an sich eine gute Airline, aber man kann jeden Laden kaputtmachen wenn man am Service spart. Wenn das Buffet leer ist kann ich auch gleich mit German Wings fliegen, hart ausgedrückt - sorry aber der Konkurrenzkampf ist hart. So ist das Leben. Wie schon mal gesagt: die arabischen Airlines sind idR sehr gut und sehr konkurrenzfähig. Ich hatte sogar mal einen Flug mit Cathay Pacific, sehr günstig, sehr gut und in der Nacht ein für jeden zugängliches Buffet, auch mit frischem Obst, sogar Wein - unbegrenzt pro Person und inklusive. Das einzige Argument das ich bei Thai akzeptieren kann ist die Bilanzierung in THB. Das mindert den Ertrag buchhalterisch natürlich kräftig. Aber die Probleme begannen ja nicht erst mit der Explosion des THB.
Joachim Wagner 23.10.19 17:41
Schade.... aber
Bestimmt spielen mehrere Faktoren für die Schräglage dieser Staatsairline mit..... mehr Steuergelder investieren wäre so, als würde man einer Mumie einen Herzschrittmacher einpflanzen.
Jan Müller 23.10.19 17:39
Schade
..einfach mal Personal abbauen, statt härter zu arbeiten; keine neuen Maschinen in Order geben und die FlugPreise ordentlich senken, dann klappts auch- wenn man es schon vor 10 Jahren so gemacht hätte..
Thomas Thoenes 23.10.19 15:28
@Roman Müller
Genau richtig. die 280 MRD Schulden sind ja nicht erst seit den angegeben Ereignissen angefallen. Aber wie schön das man wie immer einen Schuldigen von draußen gefunden hat. Die Probleme lagen eindeutig bei den zu hohen Preisen und dem unfreundlichen überheblichen Personal. Lufthansa, Swiss Air, Turkisch Airlines und andere managen die Strecken auch die Thai Air fliegt und müssen sich gegen Billigflüge behaupten. Ein wesentlicher Unterschied ist, das bei diesen Fluggesellschaften JEDER Fluggast gleich nett und zuvorkommend behandelt wird. Thai Air behält sich vor diesen Service vorrangig seinen Landsleuten zukommen zu lassen. Thai Air Priorität ist: Landsleute, 1.Klasse, Business, Holzklasse. Das Ergebnis sind 280 MRD Schulden. Jetzt versucht man es dort ja wohl auch mit mehr Catering Service. Idee ist ja nicht verkehrt um Gewinne zu optimieren oder geringfügige rote Zahlen zu schwärzen. Aber wie viel Essen sollen da für 280 MRD Baht verkauft werden? Mein Tipp - zumachen die Bude.
Grunendahl Peter 23.10.19 15:24
...und sie würden zu recht bankrott gehen.
In den letzen Jahren bin ich mehr als ein Dutzend Mal mit Thai Airways von Europa nach BKK und zurück geflogen, stets Business Class. Dieses Jahr zum ersten Mal mit FinnAir.
Warum?
Der Service vom Thai Airways, Office Brüssel ist kreuzgrotten schlecht.
Am Flughafen teilweise nicht besonders höfliches Personal.
Leergefressene Buffets in der Lounge, welche manches Mal nicht wieder aufgefüllt wurden, weil es nach 21:00 war. Sorry, mein Flug ging halt mitten in der Nacht um 0:30 Uhr. Nur begrenztes Nachfüllen auf mehrfache Nachfrage.
Riesen "Drama" seitens ThaiAirways als ich mein kostenloses Upgrade für mein Ticket eingefordert habe.
Umbuchungsgebühr für Ticket nun selbst bei Business Class.
Enorm gestiegene Ticket Preise für Business.
Von Brüssel nur noch drei Direktflüge pro Woche, statt bisher 4. FinnAir fliegt mehrfach - täglich!

Thai hat mich bis auf weiteres als Kunden verloren. Ein Kunde weniger - kratzt die natürlich überhaupt nicht. Da es aber immer mehr sind die diesem Konzern den Rücken kehren sieht das wohl nun anders aus.
Della Valle Stefan 23.10.19 15:24
Thai Airways
Auf Grund der uneinsichtigen Haltung der Zentralbank und des hohen Baht begeht Thailand langsamen finanziellen Selbstmord
Phi Nott 23.10.19 14:24
Ich kann mich nicht erinnern....
...wann ich das letzte Mal mit dieser Airline geflogen bin. Der Service wurde immer schlechter, dafür stiegen die Preise gewaltig. Gewiss, ein Non-Stop-Flug ist sicherlich komfortabler als irgendwo in der arabischen Welt einen Zwischenstopp einzulegen, aber die so eingesparten bis zu 550.- EUR kann ich gerne für andere Ausgaben nutzen. Da ist mit Sicherheit auch die überzogene Preispolitik bei Thai Airways Schuld an der Misere.
Ingo Kerp 23.10.19 14:22
Es grenzt eh schon an ein Wunder, das Thai-Airways immer noch existiert. Na gut, es ist ein Staatsunterrnehmen, ein privates Unternehmen hätte schon längst die Pforten schließen müssen.
Norbert Kurt Leupi 23.10.19 13:00
THAI - im Sinkflug...
bei diesem Staatsunternehmen spielen zahlreiche Faktoren für den Unternehmens-Misserfolg zusammmen ! Bei fehlender Führungskompetenz und ungünstigen Umständen , wie Markt-Situation , zu viele unqualifizierte Belegschaftsmitglieder et cetera , kommt das Unternehmerschiff ins Wanken oder sogar zum Sinken ! Dazu noch die in TH verbreitete Philosophie (auch in anderen Unternehmen , besonders auch im Gastgewerbe ) : Profitieren ohne zu Investieren !
Roman Müller 23.10.19 12:22
Laut gedacht...
einmal mehr dürfte diese Darstellung SO nicht ganz richtig sein. Diese Fluglinie macht schon seit vielen Jahren Miese. Damals war der Bahtkurs kein Thema und der Brexit schon mal gar nicht. Alle Fluggesellschaften haben die gleichen Herausforderungen zu bewältigen. Einige schaffen es sich anzupassen, andere eben nicht. Nur die Besten werden den Markt unter sich aufteilen, einige werden eingehen. Bei Thai-Airways hat man den Punkt sich anzupassen nicht zuletzt durch Überheblichkeit ganz klar verpasst. Zu viel Verwaltung, zu wenig Effizienz. Ich denke jedoch dass Thai durch den Staat finanziert weiter künstlich am Leben erhalten wird.