Politiker schlägt vor, Prostitution zu legalisieren

Hostessen einer A-Go-Go-Bar in Pattayas Walking Street in Vor-Corona-Zeiten. Foto: epa/Diego Azubel
Hostessen einer A-Go-Go-Bar in Pattayas Walking Street in Vor-Corona-Zeiten. Foto: epa/Diego Azubel

BANGKOK: Ein Parlamentsabgeordneter der Partei Thai Civilised hat vorgeschlagen, Prostitution und Sex-Spielzeug für Erwachsene in Thailand zu legalisieren, um die hohe Zahl von Vergewaltigungsfällen im Land zu reduzieren. Mongkolkit Suksintharanon, einer der reichsten Politiker Thailands, ist Berater und Mitglied eines Ausschusses des Repräsentantenhauses, der sich mit dem Problem der Vergewaltigung im Land befassen soll.

Der Vorschlag wird seit Jahren auf höchster Regierungsebene diskutiert und propagiert, wurde aber besonders von konservativen Politikern stets abgelehnt. Mongkolkit sagt, er plane, seinen Vorschlag dem Ausschuss und der Regierung formell vorzutragen.

Prostitution war in Thailand schon immer ein Tabuthema, wobei einige ultrakonservative Politiker und Vertreter der Strafverfolgungsbehörden sogar behaupten, es gebe keine Prostitution im Königreich. Stattdessen wird die Prostitution oft als „der Elefant im Raum" angesehen. Laut „The Pattaya News“ schämen sich viele Führungspersönlichkeiten, darüber zu diskutieren, oder sie behaupten, sie würden die Prostitution vollständig auslöschen. Kritiker sagen, dies sei unmöglich und unrealistisch.

Mongkolkit Vorschlag kommt einen Tag, nachdem die Polizei eine Lagerhalle in Samut Prakan durchsucht und illegales Sexspielzeug im Wert von über einer Million Baht entdeckt hatte.

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Wolfgang Traugott 18.06.20 22:22
Wenn man die Uhr anhält....
... bleibt deshalb auch nicht die Zeit stehen.
@Klaus: Ich glaube nicht, dass den Ladies weniger Geld bleibt. Selbst hohe Steuern sind mit sicherheit geringer, wie die Schmiergelder, damit die Kontrolleure in den Bars von Pattaya und anderswo zwei drittel der Angestellten "übersehen" oder all die gleich gekleideten Mädels für Gäste halten.
@ Homer: Stigmatisierung ist ein Problem, aber wie soll man daran arbeiten, dass etwas besser wird, dass es garnicht gibt? Prostitution auszulöschen wird seit 4000 Jahren versucht und hat noch nie funktioniert. Keiner sagt, dass man dieses Gewerbe befürworten muss. Aber zuzugeben, dass es existiert wäre ein notwendiger erster Schritt um es zu kontrollieren und zu regulieren.
Steuerpflicht: Wenn die Person wirklich so viel verdient, dass sie über der Freigrenze liegt, und sie dafür Zugang zur Sozialfürsorge erhält, eigentlich fair!
Jürgen Franke 18.06.20 20:38
Wird die Prostitution legalisiert, wäre
der Psrsonenkreis automatisch steuerpflichtig.
Klaus Berbel 18.06.20 17:39
Schon wieder?
Diese bahnbrechende Idee kommt mir doch bekannt vor. Mach es legal und alle Probleme sind vom Tisch. Dieser Vorschlag wird wie immer im Sande verlaufen. Es machen viel zu viele Menschen (damit meine ich nicht die Ladys) viel zu viel Geld mit der Prostitution... die es ja eigentlich gar nicht gibt. Wurde ja schon mehrfach bewiesen. Ob die Ladys darauf bock haben, wage ich auch zu bezweifeln. Dann wäre ja alles offiziell. Es kann nicht mehr behauptet werden "in Pattaya arbeite ich als Kellnerin" oder "meine Tochter arbeitet in einem Hotel in Bangkok". Es wäre ganz offiziell der Stempel "Prostituierte" auf der Stirn der Frauen zu sehen. Weiter müssten doch dann Einnahmen versteuert werden? Das bedeutet weniger Geld für die Ladys. Wieder ein Grund, warum es wohl nicht als toll angesehen werden würde. Wie machen das Frauen die aus den Nachbarländern in die heiligste aller Städte (Pattaya) pilgern? Oder würde es dann einfach eine zweiklassen Prostitution geben (gibt es ja eigentlich schon: untere Klasse -> Chickenfarms an den Grenzen. höhere Klasse -> Pattaya, Bangkok, Markt für die Farangs eben)? Die Frauen aus den Nachbarländern machen es weiter illegal und "geheim", hingegen die Thaifrauen ganz legal?
Ulm 18.06.20 17:18
In so einem aufrichtigem und gläubigem Land, wo Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit, etc... Höchste Priorität haben darf man doch keine Prostitution legalisieren.
55555 hoffentlich geht mal was !!!
Thomas Thoenes 18.06.20 15:07
Wollen wir mal für die Mädels
hoffen das sich da bald was tut. Angemeldet mit Sozialversicherung lässt es sich doch weit aus ruhiger arbeiten. Außerdem können dann die jährlichen Begehungen mit Ergebnis "es gibt keine Prostitution" aufhören und die Beamten sich wichtigeren Dingen widmen. Bisher war es ja als wenn sich Nescafe von Kaffee distanziert oder Esso von Rohöl.