Gastarbeiter zur Rückkehr aufgefordert

Präsident Rodrigo Duterte. Foto: epa/Wallace Woon
Präsident Rodrigo Duterte. Foto: epa/Wallace Woon

MANILA (dpa) - Im eskalierenden Streit über schlechte Arbeitsbedingungen in Kuwait hat der philippinische Präsident Rodrigo Duterte mehr als Hunderttausend Landsleute zur Rückkehr in ihre Heimat aufgefordert. Duterte versprach Unterstützung für Rückkehrwillige. Es würden keine weiteren Gastarbeiter mehr in den Golfstaat entsandt, sagte der Präsident am Sonntag. Zugleich forderte Duterte Arbeitgeber in Kuwait auf, seine Landsleute «wie menschliche Wesen» zu behandeln.

Hintergrund des Streits ist eine Reihe von Todesfällen unter Philippinern in Kuwait. Nachdem eine philippinische Haushaltshilfe tot in einem Gefrierschrank aufgefunden worden war, hatte Duterte im Februar angekündigt, binnen 72 Stunden Landsleute aus Kuwait zurückzuholen.

Nach Angaben der philippinischen Statistikbehörde lebten 2016 rund 6,4 Prozent der 2,2 Millionen im Ausland gemeldeten Arbeitskräfte in Kuwait, was etwa 140.000 Menschen entspricht.

Die Philippinen hatten erstmals im Januar die Entsendung von Arbeitskräften nach Kuwait ausgesetzt. Daraufhin hatten beide Länder Verhandlungen über bessere Arbeitsbedingungen aufgenommen.

Die Gespräche endeten vorerst mit der Ausweisung des philippinischen Botschafters aus Kuwait in der vergangenen Woche. Der Golfstaat rief zudem am 25. April seinen Botschafter aus Manila zurück.

Zuvor war ein Video aufgetaucht, auf dem zu sehen ist, wie Mitarbeiter der philippinischen Botschaft Philippiner bei der Flucht aus Häusern ihrer Arbeitgeber helfen. Vier philippinische Botschaftsmitarbeiter wurden in Verbindung mit der Aktion festgenommen. Gegen drei diplomatische Mitarbeiter liegen Haftbefehle vor.

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Leserkommentare

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Ingo Kerp 30.04.18 13:37
Die phil. Arbeitskräfte sind ins Ausland gegangen, weil daheim nichts zu verdienen war. Lt. Duterte sollen sie zurückkommen. Was machen die dann in den Phillipinen? Gibt es Arbeit, gibt es eine Alternative zum bisherigen Einkommen?
Andy 30.04.18 13:35
Kuwaitis halten Phillipiner wie Sklaven!
Haben die das aus dem Koran, Meschen wie Vieh zu behandeln? Duterte handelt in dem Fall absolut richtig! Außerdem dürfte das ein Fall für die UNO sein.
Kurt Wurst 30.04.18 13:35
Ich bin zwar kein Freund von Duterte,
aber da hat er Recht. Diese Staaten, wie auch die vereinigten arabischen Emirate (siehe Katar bezüglich Fußball-WM) müssen gezwungen werden, die Arbeitssklaverei abzuschaffen. Sollen die doch ihre Protzbauten mit eigenen Arbeitskräften hochziehen.