Wiesenbach: Mit 83 Jahren hat Christian Lange aus Wiesenbach einen Paketshop eröffnet. Er bietet in dem 3.200-Einwohner-Ort im Rhein-Neckar-Kreis die einzige Möglichkeit, Pakete der Dienstleister DPD, GLS, UPS und Hermes anzunehmen und abzuholen, wie auch die Verwaltung der Kommune bestätigt. Nachdem zum Ende des vergangenen Jahres die Post ihre Filiale im Ort geschlossen hatte, entschloss sich Lange, eine Paketannahmestelle zu eröffnen.
Zu der Zeit habe er sich einsam gefühlt, erzählt der Rentner. «Ich habe eine kranke Frau gehabt, die ich pflegen musste, und wodurch ich eigentlich gar nicht mehr in den Ort kam, kaum Kontakte mit der Außenwelt hatte.» Er habe sich mehr Austausch mit anderen Menschen durch den Paketshop erhofft. Im März hat er seinen Laden eröffnet.
Griechische Feinkost und Dosenwurst aus der Region
In seinem Laden verkauft Lange, der früher jahrelang beruflich nach Griechenland geflogen ist, auch griechische Feinkost und Dosenwurst aus der Region. Es sei Vorgabe der Paketdienstleister, dass die Annahmestelle an einen Laden angeschlossen sei, sagt Lange. DPD bestätigt, dass es für die Eröffnung eines Paketshops einen Gewerbeschein brauche.
Der Sprecher von DPD betont, dass ein Paketshopbetreiber in Langes Alter schon besonders sei. «Es gibt ein paar ältere Partner, aber das sind sehr, sehr wenige», sagt der Sprecher. Der Altersdurchschnitt bei den Betreibern der knapp 10.000 Pickup-Paketshops von DPD in Deutschland liege bei Anfang 40.
Aus finanziellen Gründen führt Lange den Shop nicht. «Der Paketshop lohnt sich nicht», sagt er. Pro Paket erhalte er einen Cent-Betrag. «Wenn ich nicht meine Rente hätte und das hier nicht im Eigentum wäre, könnte ich gar nicht davon existieren.»