Familiennachzug soll mit Quote geregelt werden

Fußgänger unterwegs am Burgring in Wien. Die österreichische Hauptstadt zeigt sich im winterlichen Alltagsleben. Foto: epa/Zoltan Balogh
Fußgänger unterwegs am Burgring in Wien. Die österreichische Hauptstadt zeigt sich im winterlichen Alltagsleben. Foto: epa/Zoltan Balogh

WIEN: Die Alpenrepublik versucht seit Jahren eine scharfe Gangart bei der Asylpolitik. Eine Stellschraube ist nun der Familiennachzug. Erst wurde er ausgesetzt, jetzt wird er gedeckelt.

Österreich verschärft erneut seine Asylpolitik. Das Ausmaß des Familiennachzugs wird nach einem Beschluss des Nationalrats künftig durch eine Quote geregelt. Deren Höhe ist noch nicht festgelegt. Bereits seit Juli 2025 hat die Alpenrepublik den Familiennachzug von Geflüchteten weitgehend ausgesetzt. Schon damit sei es im ersten Quartal 2026 gelungen, die Zahlen gegenüber dem gleichen Zeitraum 2024 von 3.100 auf 25 zu reduzieren, so Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) vor dem Beschluss.

Amnesty International Österreich kritisierte das Vorgehen. Geplante Kontingente würden jahrelange Familientrennungen zementieren und gegen EU-Recht verstoßen, so die Organisation.

Sofortige Hilfe für unbegleitete Kinder

Der Beschluss ging einher mit der Umsetzung des europäischen Asylpakts in nationales Recht. Dieser ermöglicht beschleunigte Verfahren, eine längere Verweildauer von Asylsuchenden an Flughäfen und zusätzliche Sanktionen in der Grundversorgung. Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge erhalten in Österreich von Anfang an jetzt eine Obsorge durch Kinder- und Jugendhilfeträger.

In Deutschland ist seit Juli 2025 für zwei Jahre der Familiennachzug für subsidiär Schutzberechtigte ausgesetzt. Ziel ist es, die Aufnahme- und Integrationssysteme in Deutschland zu entlasten. Eine Person erhält subsidiären Schutz, wenn sie zwar nicht wie ein Asylberechtigter oder Flüchtling aus bestimmten Gründen verfolgt wird, ihr aber trotzdem in ihrer Heimat ein ernsthafter Schaden durch schwere Menschenrechtsverletzungen droht.

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