Nordkorea vermeldet Test von Flugabwehrrakete

Testabschuss einer neuentwickelten Flugabwehrrakete durch Nordkorea. Foto: epa/Kcna
Testabschuss einer neuentwickelten Flugabwehrrakete durch Nordkorea. Foto: epa/Kcna

SEOUL: Nordkorea hat nach eigenen Angaben seine Tests neu entwickelter Raketen fortgesetzt. Beim jüngsten Test sei erfolgreich eine Flugabwehrrakete erprobt worden. Die Akademie für Verteidigungswissenschaft habe den Versuchsstart am Donnerstag unternommen, berichteten die staatlich kontrollierten Medien am Freitag. Der Test sei von «großer praktischer Bedeutung» für die Entwicklung vielversprechender Flugabwehr-Raketensysteme. Es seien «neue Schlüsseltechnologien» eingeführt worden, um Ziele in der Luft in größerer Entfernung genau zu treffen.

Unklar war, wie groß die Reichweite der erprobten Rakete war. Südkoreas Militär bestätigte den Test im abgeschotteten Nachbarland zunächst nicht.

Nordkorea, das wegen seines Atomwaffenprogramms internationalen Sanktionen unterworfen ist, hatte im vergangenen Monat durch eine Reihe neuer Raketentests für Unruhe gesorgt. Am Dienstag hatte das Land nach eigenen Angaben eine sogenannte Hyperschallrakete getestet. Wegen ihrer großen Geschwindigkeit können Waffen dieser Art nur schwer abgefangen werden.

Nordkorea hatte zudem davor zwei Kurzstreckenraketen abgefeuert. Südkoreas Präsident Moon Jae In bezeichnete den Test als «Provokation». UN-Resolutionen untersagen Nordkorea den Test von ballistischen Raketen, die je nach Bauart auch einen Atomsprengkopf tragen können. Auch teilte Nordkorea mit, zwei Marschflugkörper «von großer strategischer Bedeutung» getestet zu haben. Anders als ballistische Raketen verfügen Marschflugkörper über einen permanenten eigenen Antrieb.

Pjöngjang treibt seit Jahren die Entwicklung von Raketen voran, die nicht nur Südkorea und Japan treffen, sondern auch Atomsprengköpfe bis in die USA tragen können. Das Land hat sich selbst zu einer Atommacht erklärt. Sein Status wird aber vor dem Hintergrund der Verhandlungen über sein Atomprogramm eher offen gehalten.

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Bodo Quart 03.10.21 04:43
Nordkorea hat berechtigte Gründe zur Verteidigung
Herr Kerp, sie wissen doch genau, daß 1953 der von den USA provozierte Krieg gegen Nordkorea mit einem Waffenstillstandsvertrag durch die UNO , sprich USA, und Nordkorea beendet wurde.
Dieser Krieg kann nach diplomatischen Regeln nur durch einen Friedensvertrag beendet werden.
Darum geht es im Korea-Krieg, denn ohne einen Friedensvertrag wird es keine normalen und gleichberechtigten Beziehungen geben.
Die USA bekennen sich zu ihrem Ziel: Regimewechsel in Nordkorea. Nordkorea ist ein souveräner Staat; das Volk hat seine Staatsform in Unabhängigkeit gewählt, und es wird sie zu verteidigen wissen. Ich versichere Ihnen: Nordkorea hat und wird nach den geschichtlichen Erfahrungen kein anderes Land überfallen. Das nordkoreanische Volk braucht Frieden. Wenn aber Nordkorea überfallen werde sollte, wird es sich zu verteidigen wissen. Das Waffenarsenal, welches sich Nordkorea selbst geschaffen hat, dient einzig und allen der Verteidigung.
Ich schreibe Ihnen als Reisebegleiter für deutsche Reisegruppen, mit denen ich seit 2014-2019 jährlich
für China Hansa Travel in Hamburg in Nordkorea weilte. Schauen Sie Nordkorea mal an, bevor Sie schreiben, daß "jeder einen Bogen um N.Korea macht, da dort nichts zu holen ist"
Ingo Kerp 02.10.21 13:40
Test hat funktioniert, prima, man fragt sich nur wozu? Wer glaubt denn in N.Korea, das irgendein Staat das fast verhungerte Land angreifen sollte per Flieger? Da macht doch jeder einen Bogen drumherum, da dort nichts zu holen ist.