Neues aus der Raumfahrt am Dienstag

Die Sojus-2.1a-Trägerrakete mit dem Sojus-MS-24-Raumschiff hebt von der Startrampe auf dem von Russland gepachteten Kosmodrom Baikonur in Kasachstan ab. Archivfoto: PA-EFE/MAXIM SHIPENKOV
Die Sojus-2.1a-Trägerrakete mit dem Sojus-MS-24-Raumschiff hebt von der Startrampe auf dem von Russland gepachteten Kosmodrom Baikonur in Kasachstan ab. Archivfoto: PA-EFE/MAXIM SHIPENKOV

Esa-Chef zu Italiener bei Mondmission: «Echter Stolz»

HOUSTON: Mit «Artemis 3» will die Nasa künftige Mondlandungen vorbereiten. Einer der Astronauten an Bord wird der Italiener Luca Parmitano sein. Esa-Chef Aschbacher freut sich auf «italienische Leichtigkeit».

Der Chef der Europäischen Raumfahrtbehörde Esa, Josef Aschbacher, hat mit großer Zufriedenheit auf die Auswahl des italienischen Astronauten Luca Parmitano für die Nasa-Mondmission «Artemis 3» reagiert. «Hier bei der Esa gibt es echten Stolz zu wissen, dass neben dem Nasa-Kommandanten ein europäischer Astronaut an der Steuerung dieser Mission beteiligt sein wird», sagte Aschbacher bei der offiziellen Vorstellung der «Artemis 3»-Astronauten im texanischen Houston. «Wir hätten uns keinen besseren Piloten wünschen können.»

Parmitano werde sicher «ein bisschen italienische Leichtigkeit ins Cockpit» bringen, sagte Aschbacher - und wünschte dem Astronauten auf Italienisch einen guten Flug. Zudem lobte er Parmitano auch noch einmal für seinen Umgang mit einem dramatischen Vorfall: Bei einem Außeneinsatz hatte sich 2013 der Helm des Italieners mit Wasser gefüllt, beinahe wäre er ertrunken, er schaffte es aber noch knapp zurück an Bord. Wie professionell Parmitano damit umgegangen sei, verrate einem mehr über ihn als jeder Lebenslauf, sagte Aschbacher.

Der 49 Jahre alte Luca Parmitano ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er wurde an der italienischen Luftwaffenakademie ausgebildet und war Testpilot. 2009 wurde er als Esa-Astronaut ausgewählt, war zweimal auf der Raumstation ISS und dort mehrfach an Andockmanövern beteiligt. Mit zur «Artemis 3»-Crew sollen auch die US-Amerikaner Andre Douglas, Frank Rubio und Randy Bresnik gehören.


Italiener Parmitano emotional über Artemis-Mitflug

HOUSTON: Als erster Europäer fliegt er mit dem Artemis-Mondprogramm mit: Der Italiener Luca Parmitano ist sichtlich berührt - und verrät, wer ihm Energie und Leidenschaft gibt.

Sichtlich bewegt hat der italienische Esa-Astronaut Luca Parmitano auf seinen Mitflug als erster Europäer beim Nasa-Mondprogramm «Artemis» reagiert. «Ich fühle mich von der Rolle, die mir gegeben wurde, geehrt», sagte Parmitano in Houston. «Vor allem bin ich dankbar.» Viel müsse für einen Flug ins All zusammenkommen, sagte der 49-Jährige und würdigte die Rolle seines Heimatlands Italien auf seinem Weg, die europäische Raumfahrtbehörde Esa und die US-Raumfahrtbehörde Nasa.

An seine Frau, seine Töchter und weitere Teile seiner Familie gewandt sagte Parmitano: «Ihr seid die Energie, die meine Seele nährt, und eure Liebe ist der Funke, der jede Leidenschaft entfacht. Danke, Grazie!» Dabei brach dem Italiener kurz die Stimme weg.


Neue Investorenmillionen für Raketen-Start-up Isar Aerospace

MÜNCHEN: Bisher ist erst eine Testrakete des Start-ups Isar Aerospace gestartet, bis zur Serienreife wird es noch dauern. Doch an Investorengeldern fehlt es nicht.

Das Münchner Raumfahrt-Start-up Isar Aerospace hat weitere 270 Millionen Euro Investorengeld für die Entwicklung seiner Spectrum-Rakete eingeworben. Das Jungunternehmen will das Geld zur Vorbereitung der erhofften Serienproduktion von bis zu 40 Raketen pro Jahr nutzen, außerdem ist nun der Bau eines zweiten Raketenstartplatzes in Kanada in Planung, wie Isar Aerospace mitteilte. Unter den neuen Investoren sind die Risikokapitalinvestoren Island Green Capital aus den USA und Molten Ventures aus Großbritannien.

Bisher hat die Spectrum-Rakete erst zu einem Testflug im Frühjahr 2025 abgehoben, der zweite Start vom norwegischen Weltraumbahnhof Andøya hat sich mehrmals verzögert. Dennoch ist Isar Aerospace nach Angaben von Unternehmenschef Daniel Metzler ausgebucht. Die Rakete soll bis zu einer Tonne Last - in der Regel Satelliten - in erdnahe Umlaufbahnen wenige hundert Kilometer über dem Erdboden befördern. Derzeit werden die meisten europäischen Satelliten von Space X ins All geschossen, dem Raumfahrtunternehmen des US-Milliardärs Elon Musk.

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