Nach Schüssen in Stade: Sechstes Todesopfer

Einsatzkräfte der Spurensicherung sind nach dem Schussattentat auf einer Straße in Stade im Einsatz. Foto: dpa/Ulrich Perrey
Einsatzkräfte der Spurensicherung sind nach dem Schussattentat auf einer Straße in Stade im Einsatz. Foto: dpa/Ulrich Perrey

STADE: Sechs Tote, mehrere Verletzte: Ein Gewaltverbrechen erschüttert eine Jugendhilfeeinrichtung im niedersächsischen Stade. Was bislang über die Hintergründe bekannt ist.

Bei Schüssen in einer Jugendhilfeeinrichtung im niedersächsischen Stade sind mehrere Menschen getötet worden. Nach Angaben der Polizei vom frühen Abend starben fünf Erwachsene vor Ort, eine sechste Person erlag im Krankenhaus ihren Verletzungen. Über das Alter des sechsten Todesopfers gab es zunächst keine Informationen.

Ein Haupttäter wurde festgenommen, zwei weitere befinden sich der Polizei zufolge noch in polizeilichen Maßnahmen. «Eine Tatbeteiligung ist Gegenstand der Ermittlungen», hieß es in der Mitteilung der Polizeidirektion Lüneburg.

Für 19.30 Uhr war eine Pressekonferenz mit der Polizei, der Staatsanwaltschaft Stade, des Landkreises Stade und Innenministerin Daniela Behrens (SPD) angekündigt. «Es gibt mehrere Menschen, die zum Teil schwer verletzt wurden», hatte eine Polizeisprecherin der dpa gesagt. Es sei nicht auszuschließen, dass die Zahl der Todesopfer noch steige.

Noch viele Fragen offen

Zu dem Tötungsdelikt kam es nach Polizeiangaben in einer Jugendhilfeeinrichtung. Dort sind Mutter-Kind-Wohngruppen untergebracht. Nähere Angaben zu der Identität der Toten und der Tatverdächtigen machten die Ermittler zunächst nicht. Die Hintergründe des Gewaltverbrechens in der Stadt westlich von Hamburg sind zunächst völlig unklar.

Keine Gefahr für Kita, Grundschule und Bevölkerung

Polizei und Rettungskräfte sind mit einem Großaufgebot im Einsatz. Sie riefen Menschen auf, den betroffenen Bereich weiträumig zu verlassen und den Anweisungen der Einsatzkräfte zu folgen. «Aktuell besteht keine weitere Gefahr für die Bevölkerung», betonte die Polizeisprecherin.

Auf Bildern von der Umgebung des Tatortes waren zahlreiche Einsatzfahrzeuge und Rettungskräfte zu sehen. Auch Kriminaltechniker in weißen Overalls waren vor Ort.

Ein Sprecher der Stadt Stade sagte, für eine Kindertagesstätte und eine Grundschule in der Nähe der Jugendhilfeeinrichtung habe keine Gefahr bestanden. Auch seien dort die Schüsse nicht zu hören gewesen. Die Stadt habe nach den ersten Meldungen umgehend Kontakt zu den Einrichtungen gesucht. Die Kita-Kinder seien zum Zeitpunkt der Schüsse im Gebäude gewesen, sagte der Stadtsprecher. Eltern konnten ihre Schulkinder inzwischen abholen.

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