Migrantin und Neugeborenes in Klinik geflogen

Geburt auf Schiff

Sanitäter evakuieren den syrischen Staatsangehörigen Ahmed, einen der beiden Syrer, die einen Tag zuvor von dem Schiff Geo Barents ins Meer gesprungen waren. Foto: epa/Orietta Scardino
Sanitäter evakuieren den syrischen Staatsangehörigen Ahmed, einen der beiden Syrer, die einen Tag zuvor von dem Schiff Geo Barents ins Meer gesprungen waren. Foto: epa/Orietta Scardino

LAMPEDUSA: Eine afrikanische Migrantin, die in dieser Woche auf dem Mittelmeer-Rettungsschiff «Geo Barents» ein Baby bekommen hat, ist mit ihren vier Kindern in ein Krankenhaus geflogen worden. Wie die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen bei Twitter mitteilte, wurde die Frau am späten Mittwochabend auf die italienische Insel Lampedusa gebracht. Eine andere Frau, die ebenfalls hochschwanger von einem Flüchtlingsboot auf die «Geo Barents» gerettet worden war, sei unterdessen mit einem Helikopter nach Malta gebracht worden.

Vor den Evakuierungen hatte das Schiff der internationalen Helfer 255 Menschen an Bord. Diese waren von Schlauchbooten gerettet worden, die in Libyen losfuhren. Kurz nachdem die Leute auf die «Geo Barents» kamen, setzten bei der Afrikanerin die Wehen ein - nach sieben Stunden war der kleine Junge namens Ali auf der Welt. Malta habe nach Angaben von Ärzte ohne Grenzen angeboten, nur die Mutter und das Neugeborene von Bord zu holen - die drei anderen Kinder unter elf Jahren wären zurückgeblieben. Die Crew lehnte ab. In der Nacht auf Donnerstag wurde dann bekannt, dass alle fünf nach Lampedusa dürfen.

Unterdessen fuhr das deutsche Seenotrettungsschiff «Humanity 1» mit 261 Migrantinnen und Migranten an Bord von dem Rettungsgebiet vor Libyen nach Sizilien. Dort kreuzte es am Donnerstag vor der Küste in internationalen Gewässern. Erste Anfragen auf Zuteilung eines Hafens wurden von den Behörden nicht beantwortet, wie der Verein mitteilte. Auch das deutsche Schiff «Louise Michel», das am Dienstagabend mehr als 30 Menschen aus Seenot rettete, ist im Mittelmeer unterwegs.

Private Organisationen sind im zentralen Mittelmeer im Einsatz, um in Seenot geratenen Flüchtlingen und Migranten zu helfen. Viele Menschen versuchen von Libyen oder Tunesien aus Süditalien oder Malta zu erreichen und damit in EU-Gebiet zu gelangen. Sie erhoffen sich in der Europäischen Union ein besseres Leben. Die Flucht in oft seeuntauglichen und meist überfüllten Booten ist sehr gefährlich.

Nach Zählung der Vereinten Nationen starben allein in diesem Jahr bislang mehr als 1360 Migranten im zentralen Mittelmeer oder werden vermisst. Die Regierung in Rom registrierte indes Stand Mittwoch mehr als 96.800 Bootsmigranten, die 2022 Italien erreichten.

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