Mutmaßlicher Täter schickte «Manifest» auch an Premierministerin

Foto: epa/Snpa
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CHRISTCHURCH (dpa) - Der mutmaßliche Attentäter von Christchurch hat sein rechtsextremes «Manifest» kurz vor den Anschlägen auch an Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern geschickt. Die Regierungschefin bestätigte am Sonntag in Wellington, dass eine Mail des Mannes neun Minuten vor Beginn der Angriffe an eine ihrer E-Mail-Adressen gegangen sei. Darin seien aber keine Tatorte oder ähnliche Hinweise genannt worden, mit denen die Anschläge noch hätten verhindert werden können.

Ardern kündigte an, dass die ersten Leichen von insgesamt 50 Todesopfern noch am Sonntag an die Familien übergeben würden, so dass mit den Beerdigungen begonnen werden könne. Bis am Mittwoch sollten dann alle Leichen freigegeben werden. Inzwischen gibt es eine provisorische Liste mit den Namen der Opfer. Nach neuseeländischen Medienberichten reicht deren Alter von zwei bis 77 Jahren. Vermutet wird, dass alle Todesopfer Muslime sind und aus Einwandererfamilien stammen.

Inzwischen geht die Polizei davon aus, dass es sich bei dem festgenommenen Mann, einem 28 Jahre alten Australier, um einen Einzeltäter handelt. Ardern widersprach Spekulationen, wonach der Mann möglicherweise nicht in Neuseeland, sondern in seiner Heimat Australien vor Gericht gestellt werden soll. Die Premierministerin sagte: «Er wird sich vor dem neuseeländischen Justizsystem für seinen terroristischen Angriff zu verantworten haben.»

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Leserkommentare

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Johann Riedlberger 18.03.19 11:10
Laut seinem Manifest
bezeichnet er sich selbst als Ökofaschisten und Kommunisten. Er bewundert Stalin und Mao Tse Tung. Er schreibt von der Verachtung, die er für Konservative empfindet. Unter anderem gibt er als sein Ziel an, mit der Tat etwas gegen das liberale amerikanische Waffenrecht tun zu wollen.