Mörderische heile Welt: Der ARD-Krimi «Steirerstern»

24. September

Sie sind Geschwister und Bandkollegen: Dominik Wachter (Daniel Langbein, li.) und Jana Skoff (Emily Cox) in einer Szene aus «Steirerstern». Foto: Stefan Haring/Ard Degeto/allegro Film/dpa
Sie sind Geschwister und Bandkollegen: Dominik Wachter (Daniel Langbein, li.) und Jana Skoff (Emily Cox) in einer Szene aus «Steirerstern». Foto: Stefan Haring/Ard Degeto/allegro Film/dpa

BERLIN: Die Volksmusik-Branche verspricht ihren Fans oft eine heile Welt, doch auch dort geht es nicht immer mit rechten Dingen zu. Das zeigt der österreichische Krimi «Steirerstern» an diesem Samstag um 20.15 Uhr im Ersten. Es ist der siebente Film der beliebten Krimireihe und - nach dem Abschied von Miriam Stein - der zweite mit dem neuen Ermittlerteam.

Eine derart friedliche und unversehrte Leiche gibt es nicht oft zu sehen: Eine junge Sängerin einer Indie-Band liegt scheinbar schlafend da. Doch Alex (Anna Friedberg) hat ausgesungen. Jemand hat heimtückisch den Abzug des Ofens in der Hütte, in der sie schlief, mit einem Handtuch verstopft - am geruchlosen Kohlenmonoxid eines Schwelbrandes ist sie erstickt.

Kurz zuvor war noch ihre neue Liebe bei ihr gewesen: Jana Skoff (Emily Cox, «The Last Kingdom») ist Star und Stern des Volksmusiktrios «Jana & die Lausbuam», zu dem ihr Bruder Dominik (Daniel Langbein) und ihr Mann Hubert (Stefan Gorski) gehören, den sie kürzlich verlassen hat. Die beiden Männer scheinen der Toten ebenso wenig nachzutrauern wie ihr Manager Jack Riedl (Sascha Geršak). Kommissar Bergmann (Hary Prinz) und seine Partnerin Anni (Anna Unterberger) stoßen auf ein Geflecht aus Eifersucht, Missgunst und familiärem Ehrgeiz.

Das Ehepaar Maria und Wolfgang Murnberger hat alle bislang sieben Drehbücher der Reihe verfasst, stets basierend auf der Bestsellervorlage von Claudia Rossbacher, die bereits zwölf Krimis aus der österreichischen Steiermark geschrieben hat. Das alles bekommt der TV-Reihe recht gut, das Ermittlerteam wirkt eingespielt und frotzelt sich gerne mal zwischendurch an. Hary Prinz (57, «Eltern mit Hindernissen») und Anna Unterberger (36, «Was wir wollten») geben dieses etwas verschrobene Paar offensichtlich mit großem Genuss und dürfen sich in ihren Rollen über musikalische (Nicht-)Talente, eine Penisneid-Theorie und Altersunterschiede bei Paaren austauschen, wobei die jeweilige Toleranzgrenze schon arg strapaziert wird.

Der Krimi ist aber nicht nur deshalb unterhaltsam, sondern auch, weil er gewisse Einblicke in das Geschäft der Volksmusik gibt, das natürlich nur vordergründig eine heile Fassade abgibt. Dahinter ist alles sogar noch viel verlogener und gemeiner als anderswo. Echte Fans dieses Musikgenres müssen die bittere Erkenntnis ertragen, werden jedoch mit so manch geträllertem Schmankerl versöhnt. Aber es sind zum Glück nicht so viele, dass alle anderen abschalten müssten. Das Dranbleiben lohnt sich also, denn schließlich wird ein heftiges Familiendrama offengelegt.

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