Missbrauch von Kindern mit traurigem Rekord

Parallel zur Armut stieg in Thailand in den letzten Monaten die Zahl der Fälle von Kindesmissbrauch. Foto: obeyleesin/Adobe
Parallel zur Armut stieg in Thailand in den letzten Monaten die Zahl der Fälle von Kindesmissbrauch. Foto: obeyleesin/Adobe

BANGKOK: Online-Fälle von Kindesmissbrauch in Thailand werden dieses Jahr ein Rekordhoch erreichen, teilte die Polizei am Donnerstag mit.

Die Task Force Internet Crimes Against Children (TICAC) hat in den letzten zwei Monaten mehr als 100 Kinder gerettet - fast doppelt so viele wie die 53 Opfer, denen im Jahr 2018 geholfen wurde. Das war die höchste jährliche Zahl seit Gründung der Task Force im Jahr 2016. „Kinder gehen nicht zur Schule und Kriminelle nutzen dies aus", sagte Thakoon Nimsomboon, Leiter der TICAC, gegenüber der Thomson Reuters Foundation.

Die weltweite Verbreitung des billigen Hochgeschwindigkeits-Internets und der Anstieg des Mobiltelefonbesitzes hat in den letzten Jahren die Cybersex-Kriminalität angeheizt, wobei vor allem Kinder aus Thailand und den Philippinen über Livestreams für zahlende Kunden weltweit ausgebeutet werden. Beamte und Aktivisten haben miterlebt, wie sich der Missbrauch von Kindern im Cybersex unter der Coronavirus-Pandemie verschlimmert hat, da Familien um ihren Lebensunterhalt kämpfen mussten, während die Kinder zu Hause und online waren. Das hat den Ruf nach einer besseren Aufklärung der Kinder über Internetsicherheit verstärkt.

Seit Mitte April hat die Task Force der Polizei mehr als 150.000 Seiten Beweismittel mit Material über sexuellen Kindesmissbrauch sichergestellt und 53 Fälle eröffnet. Im Jahr 2019 hatte sie 72 Fälle mit 46 Opfern. Thailand hat seine Bemühungen zur Bekämpfung des sexuellen Missbrauchs von Kindern in den letzten Jahren intensiviert. 2016 startete die Polizei die TICAC, die Hand in Hand mit lokalen Nichtregierungsorganisationen arbeitet, um Täter und ihre Opfer ausfindig zu machen. Ihr gehören 180 Beamte an.

Das TICAC hat seit 2016 mehr als 280 Fälle von sexueller Ausbeutung von Kindern im Internet untersucht, von denen 81 im Zusammenhang mit Menschenhandel stehen. Bei den übrigen Fällen geht es um sexuellen Missbrauch und Pornographie.

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Özcan Soysal 22.06.20 22:23
Zurück rudeln
@mike dingo Essener Studie nennt zahlen.die behauptet nicht dass die Zahl bewiesene fälle anrührt, sondern sind die zahlen, die kinder, mit Verhaltensstörungen zeigen , die sehr wahrscheinlich in der Familie missbrauchen werden. Dieser Signale können häutige Pädagogen viel besser analysieren als vor 40 Jahren.Ich auch. Vor 40 Jahren hatte ich dieser Signale übersehen.Durch weitere Forschungen sind pädagogie sehr entwickelt und Pädagogen sind viel besser geworden.So habe ich jahr zu jahr mehr verdächtige fälle festgestellt, als vorher.Die Zahl missbrauchte jungen und Mädchen vielleicht nicht zugenommen.Daher jahr zu jahr bin ich 30 % 10% schritt für schritt nahe gekommen.Verdacht verstärkt.
Jürgen Franke 22.06.20 10:07
Ein Fall aus NRW hat dieses widerliche
Thema in die Schlagzeilen gebracht und verdeutlicht, wie die Mitarbeiter der öffentlichen Ämter, einschließlich der Polizei, offensichtlich überfordert sind, dieses Thema sachgerecht zu behandeln. Die Dunkelziffer dieser Vorfälle bleibt weiterhin im Dunkeln, da sich das Verhalten und sie Veranlagung gewisser Menschen nicht ändern wird.
Mike Dingo 22.06.20 06:46
@Özcan S.
Paddeln Sie jetzt zurück ? Sind es doch weit weniger ? Oder gar mehr ? Wer 3 aus 10 schreibt, muss such 3 aus 10 meinen, sonst nennt man besser keine Zahl. Und Gott weiß es garantiert nicht, sonst hätte er diese Perversen gestoppt.
Özcan Soysal 22.06.20 05:58
@Mike Dingo Das Wissen und Das Glaube ist verschiedene Begriffe, muss ich betonen. Starke Verdacht , da man nicht leicht als Pädagoge, Sozial Pädagoge, Polizisten, Staatsanwälte verarbeiten ist, mit Betroffene und ihre Familien offen darüber zu sprechen, bleibt als Verdacht. Wie viele von 30 % tatsächlich betroffen sind, weiß nur Gott.Die Zahlen als „Starke Verdacht“ eingestufte Fälle sind nicht viel übertrieben...
Mike Dingo 21.06.20 16:37
Was mir von der Diskussion bleiben wird, ist die Tatsache, daß ein türkischer Mit-Kommentator nach knapp 50 Jahren im Schuldienst schätzt, daß 30 % aller türkischen Kinder innerhalb der eigenen Familie missbraucht worden sind.
Jürgen Franke 21.06.20 15:37
Wieder ein Thema, das wir hier bis zur
Unendlichkeitkeit ausdehnen können, denn dazu hat auch jeder seine Meinung, die zu akzeptieren ist, ohne zu beleidigen.
Özcan Soysal 21.06.20 14:49
@Michael
Ich war über 49 Jahre mit Kindern in der Schule zu tun gehabt. In 80 Jahren war ich auch in der Meinung, dass Zahl stark übertrieben ist. Viele Jahre hatte ich mit Kinder , die Verdächtige Verhaltensstörungen leiden, gearbeitet, versucht zu helfen. Stark Verdächtige Kinder , die ich prozentual gesehen habe , verstärkt meine Meinung , dass diese Studie nicht so stark übertrieben ist. Betroffene Kinder geben immer irgend welche Signale, darauf man hellhörig werden muss, aber wird darüber nicht offen erzählt.Dann alles bleibt nur als starke Verdacht, Polizei, Soziologen der Stadt und Lehrer haben keine Rückendeckung seitens Gesetze, wenn keine relavante Beweiß vorliegt .. Ich konnte über Betroffene Kind meine Meinung bilden aber ich dürfte nicht äußern. Wir haben nur unter Kollegen diskutiert, das war’s alles.
Hans-Dieter Volkmann 21.06.20 14:09
M.Meier Missbrauch von Kinder
" 100 % übertrieben" das ist eine Behauptung, für mich ohne Wert. Aus eigenen Kindheitserfahrungen glaube ich der Darstellung des Herrn Özcan Soysal. Herr Soysal hat wenigstens noch eine Quellenangabe gemacht. Können Sie ihre Behauptung belegen?
Özcan Soysal 21.06.20 10:01
Missbrauch Kinder
İn den 80 Jahre hatte ein Studie Essener Universität gelesen.In Deutschland jeder 10. Kind wird in eigener Family missbraucht.Unter Muslimischen, „Türken“ , wie ich, liegt die Zahl 3 von 10 Kinder .
Wegen meine Beruf habe ich auch erlebt, dass es sehr schwer ist zu beweisen und vor Gericht Zu bringen .Nur Fälle, die von breiten Öffentlichkeit bekannt geworden ist, läuft Prozess zügig. Leider ist dieser Problem so nicht einfach mit gesetzte allein zu lösen ist.
Mike Dingo 20.06.20 18:04
@Herr Franke / "bekanntlich" ?
Mißbrauch ist sicherlich das schlimmste, was Kindern zustossen kann. Leider wurde und wird vieles immer noch aus Scham unter den Teppich gekehrt, so daß nur die Spitze des Eisberges zu sehen ist. Sie stellen hier die unbewiesene Behauptung auf, daß Mißbrauch innerhalb der Familie beginnt. Ich behaupte, daß dies weder "bekannt" noch bewiesen ist. Sicherlich ist das familiäre Umfeld ein ebenfalls grosses und ernstzunehmendes Problem, allerdings zeigen neueste Studien, wie z.B. die Optimus-Studie aus der Schweiz, daß das häufigste Problem für Kinder zwischen 12 - 18 Jahren – noch vor Missbrauch in der Familie und in Institutionen – Übergriffe durch Gleichaltrige sind.
Jürgen Franke 20.06.20 12:56
Mißbrauch von Kindern gehört zu den
perversen Veranlagungen von einzelnen Menschen, die offensichtlich nicht auszurotten ist. Sie beginnt bekanntlich innerhalb der eigenen Familie, so dass die Dunkelziffer sehr hoch ist.
Ingo Kerp 20.06.20 12:37
Der deutsche NRW Innenminister Reul stellt den Kindesmißbrauch auf eine Stufe mit Mord. Ein mutige und erstaunliche Politikeransicht im demokratischen DE. Da es voellig unerheblich ist, ob ein Kinde in Europa oder Asien mißbraucht wird, sollte man tatsächlich über ein strenges Strafmaß nachdenken und es durchsetzen. Das solte auch in TH gelten.