Messi-Faktor bei Inter und in den USA

​Miami-Heimschläfer? 

Lionel Messi nimmt vor dem WM-Sechzehntelfinale gegen Kap Verde am Training in Fort Lauderdale teil. Foto: EPA/Cristobal Herrera-ulashkevich
Lionel Messi nimmt vor dem WM-Sechzehntelfinale gegen Kap Verde am Training in Fort Lauderdale teil. Foto: EPA/Cristobal Herrera-ulashkevich

MIAMI: Lionel Messi kommt nach Hause. Zumindest in die Wahlheimat Miami. Der Argentinier ist längst mehr als Fußball-Superstar. Ein Blick auf das, was Miami für ihn und er für Miami bedeutet.

Lionel Messi hat Miami binnen drei Jahren nicht nur zu einem der Mittelpunkte der Fußball-Welt gemacht. «Er ist quasi ein Ein-Mann-Konjunkturmotor für die Region Miami, der deren internationales Ansehen steigert, Scharen von Touristen anzieht und Branchen wie Immobilien, Gastgewerbe und Einzelhandel ankurbelt», schrieb jüngst das «Wall Street Journal» über die Wirkung des mittlerweile 39 Jahre alten Fußball-Superstars.

Da könnte kaum etwas besser passen, als das erste K.-o.-Spiel von Weltmeister Argentinien und Messi bei dieser WM in Miami. In der deutschen Nacht auf Samstag (00.00 Uhr MESZ/Magenta TV) treffen die Südamerikaner in Messis Wahlheimat auf den krassen Außenseiter Kap Verde.

Messis Leben in Miami

Nach über 20 Jahren in Barcelona und zwei Jahren in Paris entschied sich Messi auch seiner Familie zuliebe im Sommer 2023 für Inter Miami. Vater und Manager Jorge Messi soll versucht haben, den Sohn mit Frau und den drei Söhnen eher nach Saudi-Arabien zu lotsen - es soll ein schwindelerregendes Angebot in Milliarden-Höhe vorgelegen haben.

Wenn gerade keine WM ist, klingelt Messis Wecker in Miami morgens so zwischen 06.50 und 07.00 Uhr. «Je nachdem, wann die Kinder zur Schule gehen», erzählte Messi mal in einem Interview: «Ich bringe sie zur Schule und gehe danach zum Training.» Den Plausch mit den Eltern anderer Kinder vermisse Messi etwas, in WhatsApp-Gruppen sei er auch nicht.

Messis Wirken in Miami

«Es ist mir eine Ehre, Leo Messi und seine Familie in ihrem neuen Zuhause willkommen zu heißen. Im Jahr 2018 haben wir versprochen, einen ambitionierten Verein aufzubauen, der die weltbesten Spieler anzieht», sagte Inter-Mitbesitzer Jorge Mas bei Messis Vorstellung. Messi bekam eine Mannschaft nach seinem Geschmack mit ehemaligen Weggefährten aus Barça-Zeiten und aktuellen Teamkollegen aus der Nationalmannschaft zusammengestellt.

Laut «Economist» schaffte es der Fußball schon vor der WM zur drittbeliebtesten Sportart in den USA hinter American Football und Basketball. Und Inter Miami ist mit umgerechnet rund 1,3 Milliarden Euro dem Sport-Business-Portal «Sportico» zufolge mittlerweile das wertvollste MLS-Team. Allein in einem Jahr stieg der Wert um 22 Prozent. Messis aktueller Vertrag ist bis Ende 2028 gültig, er soll Optionen haben, danach Anteile des Franchise zu kaufen. Verdienst: Umgerechnet zwischen 61 und 70 Millionen Euro im Jahr.

Messis Imperium

Messi ist längst nicht nur der achtmalige Weltfußballer und Weltmeister von Katar. Vor ein paar Wochen erst kaufte er den spanischen Fünftligisten UE Cornellà. Wie auch Portugals Superstar Cristiano Ronaldo besitzt er eine eigene Hotelkette. «Über Investmentfirmen, Partnerschaften mit multinationalen Hotelketten und seine eigene globale Produktionsfirma baut Lionel Messi ein diversifiziertes Portfolio auf, das über den Fußball hinausgeht», schrieb «Forbes Argentina». In Miami soll er gleich mehrere Appartements haben.

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