Papst warnt Piusbrüder vor umstrittener Weihe

​Letzter Appell 

Pope Leo XIV spricht das Angelusgebet am Hochfest der Apostel Petrus und Paulus auf dem Petersplatz. Foto: EPA/Riccardo Antimiani
Pope Leo XIV spricht das Angelusgebet am Hochfest der Apostel Petrus und Paulus auf dem Petersplatz. Foto: EPA/Riccardo Antimiani

ROM: Einen Tag vor einer drohenden Abspaltung von der Kirche appelliert der Pontifex an die erzkonservative Piusbruderschaft: «Kehrt um!» Diese will unerlaubt Bischöfe weihen - trotz der Konsequenzen.

Unmittelbar vor den von der erzkonservativen Piusbruderschaft angekündigten Bischofsweihen hat Papst Leo XIV. in einem eindringlichen Brief die Gemeinschaft vor einem Bruch mit der katholischen Kirche gewarnt. An den Generaloberen der traditionalistischen Bruderschaft, Davide Pagliarani, gerichtet schrieb der Pontifex: «In diesem Geist und erfüllt von christlicher Liebe bitte ich euch und ersuche euch von ganzem Herzen: Kehrt um!»

Die Priesterbruderschaft St. Pius X., so der offizielle Name der Gemeinschaft, will am Mittwoch im schweizerischen Écône vier neue Bischöfe weihen - gegen den ausdrücklichen Willen des Papstes. Der Vatikan hatte die Bruderschaft bereits vor Wochen eindringlich vor diesem Schritt gewarnt und klargemacht, dass eine solche Weihe ohne Zustimmung des Pontifexes die automatische Exkommunikation, also den Ausschluss aus der Kirche, nach sich zieht.

Papst: «Sünde von äußerster Schwere»

In seinem Schreiben bekräftigte Leo nun, die unerlaubte Weihe wäre ein «schismatischer Akt», also eine Abspaltung von der katholischen Kirche. Dieser könnte die Gläubigen der Gemeinschaft des «rechtmäßigen und in manchen Fällen sogar des gültigen Empfangs der Sakramente berauben». Er betonte, eine solche Abspaltung stelle eine «Sünde von äußerster Schwere» dar.

Zugleich betonte Leo, die Kirche sei weiter zu Dialog und Verständigung bereit. «Mit schmerzerfülltem Herzen, aber noch immer voller Hoffnung» fühle er sich verpflichtet, die Piusbrüder aufzufordern, von ihrem Vorhaben abzusehen. Trotz aller Warnungen des Vatikans machten die Kirchenmänner aber immer wieder klar, an ihren Bischofsweihen festzuhalten und sie wie geplant abzuhalten.

1988 schon einmal aus Kirche verbannt

Die Gemeinschaft wurde 1970 vom französischen Erzbischof Marcel Lefebvre gegründet und lehnt bis heute zentrale Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) ab. Bereits 1988 hatte Lefebvre gegen den Willen von Papst Johannes Paul II. vier Bischöfe geweiht. Er und die neu geweihten Bischöfe wurden daraufhin exkommuniziert. Papst Benedikt XVI. hob die schwere Kirchenstrafe 2009 aber als Zeichen der Versöhnung wieder auf.

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