Lettlands Verteidigungsminister zurückgetreten

Andris Sprūds spricht nach einem Treffen mit seinem polnischen Amtskollegen bei einer Pressekonferenz in Warschau. Foto: epa/Radek Pietruszka
Andris Sprūds spricht nach einem Treffen mit seinem polnischen Amtskollegen bei einer Pressekonferenz in Warschau. Foto: epa/Radek Pietruszka

RIGA: In Lettland ist es zuletzt immer wieder zu Drohnenalarm und -abstürzen gekommen. Der Verteidigungsminister des Nato-Landes nimmt deshalb seinen Hut - auf Druck der Regierungschefin.

Lettlands Verteidigungsminister Andris Spruds hat nach den jüngsten Drohnenvorfällen im Luftraum des baltischen EU- und Nato-Landes seinen Rücktritt bekanntgegeben. Damit wolle er die lettische Armee vor einer Instrumentalisierung für politische Zwecke schützen, sagte Spruds auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz in Riga.

Regierungschefin Evika Silina hatte kurz zuvor den Minister zum Rücktritt aufgefordert. Spruds habe ihr Vertrauen und das der Öffentlichkeit verloren, schrieb sie auf der Plattform X. Weiter teilte sie mit, dass sie dem Militäroberst Raivis Melnis angeboten habe, das Amt des Verteidigungsministers zu übernehmen, und dieser zugestimmt habe.

Unter Kritik wegen wiederholter Drohnenvorfälle

In Lettland waren in der Nacht zum Donnerstag zwei Drohnen abgestürzt, die nach Militärangaben von Russland aus in den Luftraum des baltischen EU- und Nato-Landes eingeflogen waren. Eine Drohne stürzte in Rezekne auf ein Öllager ab. Die Tanks waren leer, es gab keine Verletzten oder Toten.

«Der Drohnenvorfall dieser Woche hat deutlich gezeigt, dass die politische Führung des Verteidigungssektors ihr Versprechen eines sicheren Luftraums über unserem Land nicht eingelöst hat», schrieb Silina. Spruds stand bereits nach zwei vorangegangenen Drohnenvorfällen in dem an Russland und Belarus grenzenden Lettland unter Kritik.

Abgestürzte Drohnen stammten aus der Ukraine

Bei den zuletzt abgestürzten Drohnen handelte es um ukrainische Flugobjekte. Dies räumte der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha ein. «Die Untersuchungen zeigen, dass dies das Ergebnis russischer elektronischer Kriegsführung war, die ukrainische Drohnen absichtlich von ihren Zielen in Russland ablenkte», schrieb er auf der Plattform X.

Sybiha bekräftigte die Bereitschaft der Ukraine, gemeinsam mit den baltischen Staaten und Finnland solche Vorfälle zu verhindern. Der Minister hatte nach dem jüngsten Vorfall in Lettland bereits mitgeteilt, dass die Ukraine die Entsendung von Expertenteams in die verbündeten Länder erwäge. Dort waren wiederholt fehlgeleitete Drohnen in den Luftraum eingedrungen und teils abgestürzt, mit denen Kiew Ziele im Nordwesten Russlands angegriffen hatte.

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