Georgescu zieht sich vorerst zurück

​Rechtsextremer Politiker kündigt Rückzug mit Vorbehalt an

George Simion und Calin Georgescu nach Stimmabgabe bei der Stichwahl zum Präsidenten in Rumänien Foto: epa/Robert Ghement
George Simion und Calin Georgescu nach Stimmabgabe bei der Stichwahl zum Präsidenten in Rumänien Foto: epa/Robert Ghement

BUKAREST: In Rumänien hat der rechtsextreme Politiker Georgescu weiter viele Fans. Dennoch erklärt er seinen Abschied aus der Politik - unter Vorbehalt.

In Rumänien hat der rechtsextreme Politiker Calin Georgescu seinen Rückzug aus der Politik erklärt. «Ich habe entschieden, meine aktive Teilnahme am politischen Prozess zu beenden» und ein neutraler Beobachter zu sein, sagte der 63-Jährige in einer Video-Ansprache auf seiner Facebook-Seite. Allerdings wolle er sich wieder «einbringen», falls es «Ungerechtigkeiten und Missbrauch» geben sollte. Was er damit konkret meinte, ließ er offen.

Das rumänische Verfassungsgericht hatte eine Kandidatur Georgescus für das Präsidentenamt verboten. Er gilt als Sympathisant der Moskauer Führung.

Rumäniens neuer Staatspräsident, der liberalkonservative Proeuropäer Nicusor Dan, hat am Montag sein Amt angetreten. Dan hatte sich bei einer Stichwahl am 18. Mai gegen den Rechtspopulisten George Simion durchgesetzt. Simion berief sich in seinem Wahlkampf auf Georgescu als Mentor und Verbündeten und kündigte an, diesen im Fall eines Wahlsiegs an die Macht bringen zu wollen.

Staatsanwaltschaft ermittelt wegen faschistischer Propaganda

Rumäniens oberste Staatsanwaltschaft weitete ihre Ermittlungen gegen Georgescu aus. Demnach soll er zwei Tage vor der Endrunde der Präsidentenwahl in einer TV-Debatte faschistische Ideen geäußert und zu verstehen gegeben habe, dass er diese unterstütze. Wegen Verbreitung faschistischer Ideologie ermittelt die Staatsanwaltschaft schon seit Ende letzten Jahres gegen den Politiker, ebenso wegen intransparenter Finanzierung und weiterer regelwidriger Methoden seines Wahlkampfs. Georgescu hatte bei der später annullierten Präsidentenwahl vom 24. November 2024 die meisten Stimmen bekommen.

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