Katar will «in einigen Wochen» wieder Flüssigerdgas herstellen

Foto: Pixabay/Gustav Brandt
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DOHA: Anders als beim Öl aus der Golfregion hat Katar beim LNG kaum Alternativen zum Export über die Straße von Hormus. Nun soll die Produktion wieder anlaufen, die «höhere Gewalt» gilt aber vorerst weiter.

Katar will innerhalb einiger Wochen wieder normal Flüssigerdgas (LNG) produzieren. «Innerhalb weniger Wochen wird die Produktion wieder auf ein normales Niveau steigen», sagte Katars Ministerpräsident Mohammed bin Abdulrahman Al Thani der «Financial Times» in einem heute veröffentlichten Interview. Eine Ausnahme sei die Gasanlage Ras Laffan, die durch iranische Angriffe im Krieg und zuletzt durch eine Explosion beschädigt wurde.

«Unsere Teams werden schon seit ein paar Wochen mobilisiert», sagte Scheich Mohammed. Der staatliche Energiekonzern Qatar Energy bereite sich auf einen normalen Betrieb vor, sobald sich auch die Lage in der Straße von Hormus wieder normalisiere. Der Zustand der «höheren Gewalt» (Force Majeure) für die ausgesetzten LNG-Lieferungen soll aber erst aufgehoben werden, wenn «alle Fragen geklärt seien und der Betrieb sicher sei».

Unter «Force Majeure» wird ein von Außen kommendes, unvorhersehbares Ereignis verstanden, welches außerhalb der Kontrolle der Vertragsparteien liegt. Darunter können Krieg, Naturkatastrophen oder Pandemien fallen, die dazu führen, dass eine Leistung nur unzureichend oder gar nicht erfüllt werden kann. Die Erklärung entbindet einen Vertragspartner rechtlich von seinen Lieferpflichten.

Katar deckt normalerweise ein Fünftel des weltweiten LNG-Bedarfs

Katar ist einer der größten Produzenten von Flüssigerdgas und deckt normalerweise ungefähr ein Fünftel des weltweiten Bedarfs. Im Zuge des Iran-Kriegs wurden die Produktion und der Export von LNG-Flüssiggas aus dem arabischen Land über die Straße von Hormus gestoppt.

Laut einem Abkommen von 2022 will Katar ab dem laufenden Jahr 2026 an auch LNG nach Deutschland liefern. Die geplante Menge könnte etwa drei Prozent des deutschen Jahresbedarfs decken. Das US-Unternehmen Conoco Phillips soll im Rahmen der Vereinbarung zu einem Flüssiggasterminal in Brunsbüttel liefern.

Der Krieg begann vor rund vier Monaten mit Angriffen der USA und Israels im Iran. Nach einem Rahmenabkommen laufen nun Verhandlungen über eine endgültige Vereinbarung zu einem Kriegsende. Auch der Schiffsverkehr über die Straße von Hormus soll wieder normal laufen.

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