Kardinal kritisiert Annäherung des Papstes an China

 Kardinal Joseph Zen. Foto: epa/Claudio Peri
Kardinal Joseph Zen. Foto: epa/Claudio Peri

PEKING (dpa) - Ein hochrangiger Hongkonger Kardinal hat den Vatikan für Pläne kritisiert, wonach sich der Heilige Stuhl der kommunistischen Regierung in Peking annähern will. «Die große Plage» habe begonnen, schrieb Kardinal Joseph Zen in dieser Woche in einem auf Facebook veröffentlichen Beitrag.

Nach ihrer Machtübernahme hatten die Kommunisten 1949 die diplomatischen Beziehungen zum Vatikan abgebrochen und 1951 die «Katholische Patriotische Vereinigung» gegründet. Gleichzeitig gründete sich eine Untergrundkirche, deren Anhänger seitdem aber von Peking verfolgt werden. Papst Franziskus, der noch nie zu einem Besuch nach China reisen konnte, hat wiederholt erklärt, die Spaltung der Kirche überwinden zu wollen.

Laut Berichten von vergangener Woche plant das Oberhaupt der katholischen Kirche in einem großen Zugeständnis an die Führung in Peking, sieben Bischöfe der Staatskirche anzuerkennen. Unklar ist, wie es mit mehr als 30 Bischöfen der Untergrundkirche weitergehen soll, die von Rom, aber nicht von Peking anerkannt sind.

Kardinal Zen nannte die Pläne eine «Kapitulation» der Kirche gegenüber der Kommunistische Partei und einen «Verrat» an jenen mutigen Katholiken, die sich in China im Untergrund organisieren. Angesichts der Verfolgung und Unterdrückung der Katholiken der Untergrundkirche in China hatte Kardinal Zen bereits vergangene Woche in einem offenen Brief davor gewarnt, sich einem «totalitären Regime» zu ergeben.

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