USA bringen Uran aus Venezuela außer Land

​Hochangereichertes Material aus altem Reaktor nach USA transportiert

Ein Luftbild zeigt die Skyline von Caracas mit zahlreichen Hochhäusern und Wohnvierteln in der venezolanischen Hauptstadt. Foto: epa/Miguel Gutierrez
Ein Luftbild zeigt die Skyline von Caracas mit zahlreichen Hochhäusern und Wohnvierteln in der venezolanischen Hauptstadt. Foto: epa/Miguel Gutierrez

CARACAS: Bei dem US-Einsatz zur Festnahme von Präsident Maduro wurden auch Ziele in der Nähe der Lagerstätte angegriffen. Jetzt wird das auf 20 Prozent angereicherte Material in den USA wiederverwendet.

35 Jahre nach der Stilllegung des Forschungsreaktors RV-1 in Venezuela sind 13,5 Kilogramm hochangereicherten Urans in die Vereinigten Staaten verschifft worden. Experten aus Venezuela und den USA holten das auf 20 Prozent angereicherte Material aus dem Reaktor, sicherten es in einem Spezialcontainer und brachten es über 160 Kilometer auf dem Landweg an die Küste, wie die US-Botschaft in Caracas mitteilte. Dort wurde das Uran demnach auf ein britisches Schiff verladen und in die USA gebracht. Nun soll das Material in der Atomanlage Savannah River Site in South Carolina aufbereitet und wiederverwendet werden.

«Der sichere Abtransport des gesamten angereicherten Urans aus Venezuela sendet ein weiteres Signal an die Welt, dass Venezuela einen Neuanfang macht», sagte der Leiter der Abteilung für nukleare Sicherheit im US-Energieministerium, Brandon Williams.

US-Angriff in der Nähe des Forschungsreaktors

Die venezolanische Regierung habe die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) immer wieder auf die Notwendigkeit hingewiesen, das hochangereicherte Uran außer Landes zu schaffen, teilte Außenministerminister Yvan Gil mit. Bei dem US-Einsatz zur Festnahme von Präsident Nicolás Maduro Anfang des Jahres seien auch Ziele in unmittelbarer Nähe des alten Reaktors angegriffen worden. Das habe das Risiko noch einmal deutlich vor Augen geführt.

RV-1 war einer der ersten Kernreaktoren in Lateinamerika. Von 1960 bis 1991 wurde dort Nuklearforschung betrieben. Dafür wurde das Uran auf 20 Prozent angereichert. Für den Bau von Atomwaffen wird auf über 90 Prozent angereichertes Uran benötigt.

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