Kinder in Rohingya-Camps leben in ständiger Angst

Rohingya Flüchtlingskinder in Banda Aceh. Foto: epa/Hotli Simanjuntak
Rohingya Flüchtlingskinder in Banda Aceh. Foto: epa/Hotli Simanjuntak

DHAKA: In den überfüllten Rohingya-Flüchtlingslagern in Bangladesch haben viele Kinder Angst vor Gewalt. Durch die jüngsten Unruhen verschärft sich die Lage noch.

Sieben Jahre nach der Flucht von Hunderttausenden Rohingya nach Bangladesch leben viele Kinder in den überfüllten Flüchtlingslagern weiter in Angst vor Gewalt. Das beklagt das Kinderhilfswerk Save the Children, das nach eigenen Angaben mehr als 70 Bewohnerinnen und Bewohner in der Küstenstadt Cox's Bazar befragt hat. Die Gewalt in den Camps hat demnach zugenommen.

Vor sieben Jahren begann das Militär im mehrheitlich buddhistischen Myanmar eine Offensive gegen die muslimische Rohingya-Minderheit. Hunderttausende Menschen flohen oder wurden vertrieben.

Bewaffnete Gruppen

In den Lagern bekämpfen sich örtlichen Medien zufolge verschiedene bewaffnete Gruppen gegenseitig, um dort die Vorherrschaft zu erreichen. «Meine Schwester kann nachts vor lauter Panik nicht schlafen; sie ist die ganze Nacht unruhig und verstört. Es wird Tag und Nacht geschossen. Wir können nicht einmal zur Schule gehen (.)», wird ein 15-jähriges Mädchen von Save the Children zitiert. Die Familie des Mädchens sei von bewaffneten Gruppen bedroht worden.

Lage verschlechtert sich

Die jüngsten politischen Unruhen in Bangladesch, bei denen Hunderte Menschen getötet wurden und die zur Flucht von Ex-Ministerpräsidentin Sheikh Hasina führten, hätten die Lage noch verschärft, schrieb Save the Children. Ein Grund dafür sei, dass in den Camps nun weniger Polizisten im Einsatz seien. Die Befragten sprachen von Entführungen durch bewaffnete Gruppen, und teils würden diese Gruppen auch Zwangsverheiratungen veranlassen.

Fast eine Million Geflüchtete leben laut Save the Children in Bangladesch, etwas mehr als die Hälfte von ihnen seien Kinder. Sie erhalten demnach keine formale Bildung und ihre Eltern dürften nicht arbeiten.

Die Vereinten Nationen bezeichnen die brutale Verfolgung der Rohingya als Völkermord. Die Rohingya hatten durch ein 1983 erlassenes Gesetz der Militärjunta Myanmars ihre Staatsbürgerschaft verloren.

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