DHAKA: Ex-Premier Sheikh Hasina droht die Todesstrafe - das Urteil wird in Abwesenheit verkündet. Währenddessen kommt es erneut zu Unruhen.
In einem Verfahren gegen die gestürzte frühere Ministerpräsidentin Bangladeschs, Sheikh Hasina, will ein Gericht in ihrer Heimat am kommenden Montag das Urteil verkünden. Den geplanten Termin dafür teilte der Chefankläger des Internationalen Straftribunals von Bangladesch (ICT), Muhammad Tajul Islam, in Dhaka mit. Der 78-jährigen Hasina, der Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen wird, droht die Todesstrafe.
Anklage wegen Mordes und Folter
Das Urteil soll in ihrer Abwesenheit verlesen werden, die langjährige Regierungschefin lebt im Exil. Sie war Anfang August 2024 nach Massenprotesten gegen ihre Regierung und schweren Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften zurückgetreten und mit einem Militärhubschrauber nach Indien gebracht worden. Das Nachbarland gewährt ihr seitdem Schutz. Bei den Protesten, die von Studenten angeführt wurden, starben Hunderte Menschen. Hasina soll laut Anklage den direkten Befehl gegeben haben, dass auf Demonstranten geschossen werden solle.
Welle von Gewalt
Das Land wird seit Tagen von einer Welle der Gewalt überrollt. Besonders betroffen ist die Hauptstadt und Umgebung. Die Hasina-Partei hatte aus Protest gegen das bevorstehende Urteil ihre Anhänger dazu aufgerufen, das Land lahmzulegen. Lokale Medien berichteten von brennenden Fahrzeugen und explodierenden Sprengsätzen. Am Montag sei eine Person ums Leben gekommen, als ein Bus in der Stadt Mymensingh in Brand gesteckt worden sei, berichtete die Zeitung «Prothom Alo». In der Hauptstadt wurde laut «Dhaka Tribune» das zentrale Büro von Hasinas Partei verwüstet.