Henning Baum unter Bundeswehr-Soldaten

11. August: Kein Abenteuerspielplatz

Henning Baum (l) besucht die Luftwaffe Bundeswehr in einer Szene der Dokumentation «Einsatz für Henning Baum - Was es jetzt heißt Bundeswehrsoldat zu sein». Foto: Thorsten Weber/Luftwaffe/rtl/dpa
Henning Baum (l) besucht die Luftwaffe Bundeswehr in einer Szene der Dokumentation «Einsatz für Henning Baum - Was es jetzt heißt Bundeswehrsoldat zu sein». Foto: Thorsten Weber/Luftwaffe/rtl/dpa

BERLIN: Schauspieler Henning Baum («Der letzte Bulle») steht neuerdings bei RTL für sehr lebensnahe Reportagen vor der Kamera. Einen Blick hinter die Kulissen der Polizei und der Spezialeinheit GSG 9 hat er bereits im April geworfen. Nun ist er zum zweiten Mal unterwegs. An diesem Donnerstag um 20.15 Uhr läuft bei RTL «Einsatz für Henning Baum - Was es jetzt heißt Bundeswehrsoldat zu sein».

Baum nimmt sich vier Monate lang Zeit, um herauszufinden, warum der Ruf der Bundeswehr schon seit vielen Jahren ramponiert ist - obwohl sie während der Pandemie und nach der Flut im Ahrtal geholfen hat und in vielen Auslandseinsätzen im Einsatz ist. Der Zivilist Baum absolviert im April 2022 eine Grundausbildung der Luftwaffe im pfälzischen Germersheim. Dazu gehört die flugmedizinische Untersuchung mitsamt dem Check-up in einer - nicht gerade angenehmen - Zentrifuge des Flugmedizinischen Instituts, mit der eine künstliche Beschleunigung - ähnlich der eines Jets - erzeugt werden kann.

Beim «Überlebenstraining auf See» bei der Marine in Bremerhaven befreit sich Baum nach einer simulierten Notwasserung kopfüber aus einem Hubschrauber-Käfig und führt anschließend mit einem Fallschirm auf offener See eine Notlandung durch. Als er seinen ersten Übungsflug als «Backseater» hinter einem Oberst im Eurofighter mit vollem Schub und Überschall erlebt, spürt er am eigenen Leib, was Adrenalinschübe bedeuten. Und scharf schießen lernen muss er auch.

Der 49-Jährige stammt aus einer Familie mit langer Offiziers-Tradition, hat selbst aber vor 30 Jahren Wehrersatzdienst als Rettungssanitäter geleistet. Er scheint dennoch hier zwar in einer für ihn fremden Welt, aber ganz in seinem Element zu sein.

Baum hat die Gelegenheit genutzt, mit den Militärbeschäftigten zu sprechen. «Das ist immer besser, als über sie zu sprechen. Beim Bund habe ich sehr aufgeräumte Menschen kennengelernt, hatte sehr kompetente Ausbilder und konnte an motivierenden Trainings und Unterrichtsstunden teilnehmen. Der Jetflug war eine unglaubliche, körperliche Belastungsprobe, sowas konnte ich mir vorher nicht vorstellen», erinnert sich der Schauspieler. Baum muss sich eine Stube mit Rekruten teilen, die sich in die Gemeinschaft einbringen, sich aber auch ausprobieren wollen. Sie sind etwa halb so alt wie er.

Die Reportage ist schnell geschnitten, die Sprache ist markant («Nix für Weicheier») und von packender Musik unterlegt, es werden viele Zahlen rund um die Bundeswehr präsentiert. Baum spricht alle Texte selbst; sehr berührend sind seine Gespräche mit Veteranen der Bundeswehr und Angehörigen am Lagerfeuer. Spätestens hier wird deutlich, dass die Bundeswehr wahrlich kein Abenteuerspielplatz ist.

Im Interview der Nachrichtenagentur dpa antwortet Baum auf die Frage, ob derzeit weitere derartige «Einsatz»-Folgen geplant seien, mit einem klaren «Nein».

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