Grundrechte-Agentur beklagt Datenlücken bei Antisemitismus-Vorfällen

Die Agentur der Europäischen Union für Grundrechte (FRA). Foto: Wikipedia
Die Agentur der Europäischen Union für Grundrechte (FRA). Foto: Wikipedia

WIEN: Große Datenlücken behindern nach Ansicht der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte (FRA) den Kampf gegen Antisemitismus. Länder wie Ungarn und Portugal hätten für das vergangene Jahr überhaupt keine offiziellen Daten über Attacken jeglicher Art auf Juden erhoben, kritisierte die Agentur am Donnerstag anlässlich ihres Antisemitismus-Berichts.

Wegen unterschiedlicher Erhebungsmethoden seien auch die existierenden Daten einzelner Staaten der EU nicht vergleichbar. Grundsätzlich müssten die Staaten dafür sorgen, dass solche Vorfälle gemeldet und registriert würden, forderte die Agentur.

In der Corona-Krise hätten Hass-Postings im Internet, die Juden für die Pandemie verantwortlich machten, erneut das Ausmaß des Antisemitismus gezeigt, teilte die FRA am Donnerstag in Wien mit. Wie sehr die Einstellung gegenüber Juden sich in Europa unterscheide, zeigten auch die Antworten auf die Frage: Wie wohl würden sie sich mit einem jüdischen Nachbarn fühlen? Die Bürger in Ländern wie Dänemark, Schweden oder den Niederlanden hätten damit am wenigsten Probleme und führten damit die Tabelle an. Ganz anders sehe es in Staaten wie der Slowakei, Polen, Ungarn und Litauen aus. Deutschland belege den elften Platz unter den 27 EU-Staaten.

Befragt wurden fast 35.000 Bürger in den 27 EU-Staaten sowie in Nordmazedonien und Großbritannien.

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