Erdbeben vor Sulawesi fordert Tote

Tsunamiwarnung aufgehoben nach Beben der Stärke 7,4

Menschen begutachten Schäden an einem Gebäude nach einem schweren Erdbeben in Manado. Behörden warnen vor einem möglichen Tsunami. Foto: epa/Basarnas / Handout
Menschen begutachten Schäden an einem Gebäude nach einem schweren Erdbeben in Manado. Behörden warnen vor einem möglichen Tsunami. Foto: epa/Basarnas / Handout

JAKARTA: Unter dem Meer bebt im Osten Indonesiens die Erde. Die Behörden warnen zunächst vor einem möglichen Tsunami, geben dann aber Entwarnung. Eine Frau kann sich nicht rechtzeitig in Sicherheit bringen.

Infolge eines schweren Erdbebens vor der Küste der indonesischen Insel Sulawesi ist eine 70 Jahre alte Frau ums Leben gekommen. Sie wurde von herabstürzenden Trümmern getroffen, wie Medien unter Berufung auf das örtliche Rettungsteam in Manado im Norden der Insel berichteten. Ein weiterer Mensch habe sich bei einem Sprung aus einem Gebäude das Bein gebrochen.

Das Beben hatte nach Angaben der US-Erdbebenwarte (USGS) eine Stärke von 7,4 und ereignete sich in einer Tiefe von 35 Kilometern. Das Epizentrum lag demnach zwischen dem Norden Sulawesis und den östlich gelegenen Nord-Molukken, einer Provinz der Inselgruppe Molukken. Die Behörden lösten für die Inseln rund um die Molukkensee daraufhin eine Tsunami-Warnung aus, die wenig später aber wieder aufgehoben wurde. Mehrere Gebäude, darunter ein Sportkomplex in Manado, wurden beschädigt; ein Krankenhaus wurde evakuiert, wie unter anderem der Sender BBC berichtete.

Kleinere Flutwellen erwartet

Nach Angaben des US-Tsunamiwarnsystems bestand zunächst die Möglichkeit von Flutwellen im Umkreis von bis zu 1.000 Kilometern. Für Teile der indonesischen Küste wurden Wellen von 30 Zentimetern bis zu einem Meter über dem normalen Pegel prognostiziert. Auch Küsten auf den Philippinen und in Malaysia könnten betroffen sein, hieß es. Die Gefahren wurden jedoch als gering eingestuft.

Im Norden Sulawesis erreichten die Wellen an mehreren Orten Höhen von unter einem Meter, darunter 75 Zentimeter in North Minahasa und 68 Zentimeter in Belang, wie das indonesische Institut für Meteorologie, Klimatologie und Geophysik (BMKG) mitteilte. Die Rede war von einem «Mini-Tsunami». Zudem seien mindestens elf Nachbeben mit einer Stärke von bis zu 5,5 registriert worden.

Die indonesischen Behörden gaben die Stärke des Bebens zunächst mit 7,6 an. Erste Messungen zu Stärke und Tiefe eines Bebens weichen oft leicht voneinander ab und können später manuell korrigiert werden.

Erinnerungen an Katastrophe von 2004

Der weltgrößte Inselstaat Indonesien liegt auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring, einer geologisch besonders aktiven Zone mit zahlreichen Vulkanen und tektonischen Platten. Erdbeben und Vulkanausbrüche sind dort daher sehr häufig. Speziell in Indonesien kommt es oft zu Naturkatastrophen. Am 26. Dezember 2004 hatte ein gewaltiges unterseeisches Beben der Stärke 9,1 vor der Küste von Sumatra eine riesige Flutwelle ausgelöst. Etwa 230.000 Menschen in zahlreichen Ländern kamen ums Leben.

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