Erster Güterzug rollt über umstrittene Krim-Brücke

Der russische Präsident Wladimir Putin nimmt an einer Eröffnungszeremonie des Eisenbahnteils der Krimbrücke über die Straße von Kertsch teil. Archivfoto: epa/Alexey Nikolsky
Der russische Präsident Wladimir Putin nimmt an einer Eröffnungszeremonie des Eisenbahnteils der Krimbrücke über die Straße von Kertsch teil. Archivfoto: epa/Alexey Nikolsky

TAMAN: Über Russlands längste Brücke rollen nun auch Güterzüge zur Schwarzmeer-Halbinsel Krim. Die erste Bahn mit Kalkstein und Mineralien passierte am Dienstag die umstrittene Krim-Brücke, wie die Staatsagentur Ria Nowosti meldete. Auf dem Schienenweg könnten jährlich bis zu 13 Millionen Tonnen vom russischen Festland auf die Halbinsel transportiert werden. Vor gut einem halben Jahr war die 19 Kilometer lange Brücke bereits für Personenzüge freigegeben worden. Russland hatte sich die Krim 2014 gegen internationalen Protest einverleibt.

Nach Ansicht des russischen Verkehrsministers Jewgeni Dietrich werden die Kosten für den Transport von Gütern wie Getreide, Öl und Baumaterialien um bis zu 50 Prozent sinken. «Das ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zur wirtschaftlichen Entwicklung der Krim», sagte er der Agentur Interfax zufolge. Zuletzt wurde die Halbinsel über Lastwagen auf der Straße versorgt, davor über den teureren Seeweg.

Der Autobahnteil der umstrittenen Brücke ist bereits seit Frühjahr 2018 in Betrieb. Vor allem die Tourismusbranche hofft, dass jetzt deutlich mehr Besucher ans Schwarzen Meer kommen.

Die Ukraine, der die Krim völkerrechtlich gehört, hatte wie die EU und die USA gegen das Bauwerk protestiert. Die 19 Kilometer lange Brücke in der Meerenge von Kertsch - zwischen Schwarzem und Asowschem Meer - ist die längste in Russland und in Europa. Die Kosten werden mit 228 Milliarden Rubel (3,3 Milliarden Euro) angegeben.

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