Dow stark an der New Yorker Börse

Erleichterung über Zinsaussichten

Foto: Freepik/Tzido
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NEW YORK: Die US-Aktienmärkte haben am Donnerstag die Vortagesgewinne kräftig ausgebaut. Unterstützend wirkte nach Aussage von Börsianern wie schon am Vortag, dass das Protokoll der US-Notenbank Fed keine Hinweise auf noch aggressivere Schritte zur Bekämpfung der hohen Inflation in den USA gegeben hatte. Der Dow Jones Industrial stieg um 1,61 Prozent auf 32.637,19 Punkte. Damit könnte der Leitindex den im April begonnenen Abwärtstrend nun hinter sich lassen.

Für den marktbreiten S&P 500 ging es um 1,99 Prozent auf 4057,84 Zähler aufwärts. Der technologielastige Nasdaq 100 legte um 2,79 Prozent auf 12.276,79 Punkte. Die zahlreichen Wachstumstitel im Index hatten in den vergangenen Wochen besonders unter der Aussicht auf kräftige Zinserhöhungen gelitten.

«Die US-Aktien steigen kräftig, weil die Investoren die Aussagen der Fed als Beleg für eine nur graduelle Straffung der Geldpolitik zur Eindämmung der Inflation werten», schrieb Analyst Edward Moya vom Broker Oanda. Die US-Notenbank habe kurzfristig die Sorgen um aggressive Zinserhöhungen ausgeräumt.

Im Fokus standen Aktien aus dem schwer gebeutelten Technologiesektor. So büßten Apple anfangs mehr als zwei Prozent ein. Insidern zufolge zweifelt der iPhone-Hersteller am Anstieg der Verkaufszahlen für sein Smartphone im laufenden Jahr. Anschließend holten die Aktien die Verluste aber wieder auf und schlossen mit 2,3 Prozent im Plus.

Medtronic büßten fast sechs Prozent ein. Der Hersteller von Medizintechnik setzte im vierten Geschäftsquartal weniger um als erwartet.

Neues gab es zudem zu Broadcom und dessen Interesse an VMWare. Der Chipkonzern einigte sich mit dem Software-Anbieter auf eine Übernahme für rund 61 Milliarden US-Dollar. Papiere von Broadcom und VMWare gewannen jeweils mehr als drei Prozent.

Kursrallys legten einige Aktien aus dem klassischen Einzelhandel hin. Die Quartalszahlen von Macy's, Dollar Tree und Dollar General übertrafen die in den vergangenen Wochen stark gesunkenen Erwartungen. Die Kurse schnellten daraufhin um 13,7 bis 21,9 Prozent nach oben. Die Papiere des chinesischen Internet-Händlers Alibaba stiegen um fast 15 Prozent. Die Lockdowns in China hatten die Verbraucher jüngst wieder verstärkt in das Online-Shopping getrieben.

Größter Verlierer im Nasdaq 100 waren die Aktien von Kraft Heinz. Eine Verkaufsempfehlung der Bank UBS für die Papiere des Lebensmittelriesen drückte den Kurs um gut sieben Prozent nach unten. Außerdem hat der zweitgrößte Anteilseigner 3G Capital ein Paket von 88 Millionen Aktien an außenstehende Investoren weitergereicht.

Der Euro legte zu und notierte zuletzt bei 1,0723 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs auf 1,0697 (Mittwoch: 1,0656) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,9348 (0,9384) Euro gekostet.

Am Rentenmarkt gab der Terminkontrakt für zehnjährige Treasuries (T-Note-Future) um 0,01 Prozent auf 120,578 Punkte nach. Die Rendite für zehnjährige Staatsanleihen lag bei 2,75 Prozent.

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