Chinas Wirtschaft wächst um 4,3 Prozent

Eine Kundin kauft in einem Supermarkt in Peking ein. Chinas Handelsüberschuss ist im Juni 2026 stärker gestiegen als erwartet. Foto: Wu Hao/epa
Eine Kundin kauft in einem Supermarkt in Peking ein. Chinas Handelsüberschuss ist im Juni 2026 stärker gestiegen als erwartet. Foto: Wu Hao/epa

PEKING: Die chinesische Wirtschaft verliert an Schwung. Während der Außenhandel boomt, bleibt die Nachfrage im Inland schwach.

Chinas Wirtschaft ist im zweiten Quartal langsamer als erwartet gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt legte von April bis Juni um 4,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu, wie das nationale Statistikamt in Peking mitteilte. Damit wurden Erwartungen von Analysten verfehlt, die im Schnitt mit einem Wachstum von 4,5 Prozent gerechnet hatten. Im ersten Quartal hatte das Wachstum noch 5,0 Prozent betragen. Im gesamten ersten Halbjahr wuchs die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt im Vorjahresvergleich um 4,7 Prozent.

Die wirtschaftliche Entwicklung Chinas verlief zuletzt zunehmend zweigeteilt. Als wichtige Stütze erwies sich der Außenhandel. Nach den am Vortag veröffentlichten Zahlen der Zollbehörde stiegen die Exporte im Juni in US-Dollar gerechnet um 27 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, die Importe legten um 36 Prozent zu.

Außenhandel stützt die Wirtschaft

Der Exportboom sorgt allerdings auch für wachsende Handelskonflikte. Auch in Deutschland und der EU wird darüber diskutiert, wie mit den rasch steigenden Einfuhren chinesischer Produkte und den Überkapazitäten umgegangen werden soll.

Im Inland bleibt die Lage dagegen schwierig. Die Investitionen in den Immobiliensektor brachen im ersten Halbjahr um 18 Prozent ein. Der anhaltende Abschwung auf dem Immobilienmarkt belastet das Vertrauen und die Kaufbereitschaft vieler Haushalte.

Schwacher Binnenmarkt bremst Wachstum

Im gesamten ersten Halbjahr wuchs die Industrieproduktion nach Angaben der Statistikbehörde um 5,4 Prozent, die Einzelhandelsumsätze legten aber lediglich um 1,3 Prozent zu. Chinas Wachstum wird damit weiterhin stark von der Produktion und den Exporten getragen, während die Nachfrage im eigenen Land zurückbleibt.

Ministerpräsident Li Qiang hatte am Montag bei einem Treffen mit Experten und Unternehmern eine stärkere Unterstützung der Wirtschaft und weitere Maßnahmen zur Belebung der Binnennachfrage gefordert.

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