Bau von Autotunnel in Swinemünde verzögert sich

Baustelle eines Tunnels unter dem Fluss Swina in Swinoujscie. Foto: epa/Marcin Bielecki
Baustelle eines Tunnels unter dem Fluss Swina in Swinoujscie. Foto: epa/Marcin Bielecki

WARSCHAU: In der teilweise auf der Ostsee-Insel Usedom gelegenen polnischen Hafenstadt Swinemünde (Swinoujscie) wird sich die Fertigstellung eines Autotunnels unter der Swine verzögern. Der Bauausführer habe beantragt, den für September geplanten Abschluss der Bauarbeiten auf Januar 2023 zu verschieben, teilte die Stadtverwaltung in Swinemünde am Mittwoch mit. Als Begründung habe das Unternehmen angeführt, dass sich durch die Corona-Pandemie die Fertigung und Lieferung einer Tunnelbohrmaschine erheblich verzögert habe.

Die Stadtverwaltung hat dem Bauausführer nun vorerst eine Fristverlängerung von 30 Tagen gewährt. Für alles, was darüber hinausgehe, brauche man erst eine genaue Dokumentation und den Nachweis, dass das Bauunternehmen keinen Einfluss auf die Verzögerung hatte, sagte Vize-Bürgermeisterin Barbara Michalska.

Swinemünde wird von der Swine geteilt, einem Meeresarm der Ostsee, der zwischen den Inseln Usedom und Wollin verläuft und das Stettiner Haff mit dem Meer verbindet. Der Tunnel soll die beiden Inseln verbinden und damit auch die auf ihnen gelegenen Stadtteile. Bislang müssen Autofahrer und Fußgänger noch mit der Fähre übersetzen.

Insgesamt wird der Tunnel eine Länge von knapp 1,8 Kilometern haben, was ihn nach Angaben der Stadtverwaltung zum längsten Bauwerk dieser Art in Polen machen wird. Die Kosten betragen umgerechnet 209 Millionen Euro. Davon übernimmt die EU 85 Prozent, der Rest stammt aus dem Haushalt der Stadt Swinemünde.

Auf der deutschen Seite von Usedom gibt es Bedenken, dass der Tunnel zu einer noch höheren Verkehrsbelastung der Insel führen könnte.

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