Bar-Eröffnung nur unter Beachtung von 21 Corona-Regeln

Werden in dieser Form nicht mehr ihr Einkommen bestreiten können: Bar-Girls und Hostessen, denen der direkte Kundenkontakt durch die neuen Auflagen verboten wird. Foto: epa/Barbara Walton
Werden in dieser Form nicht mehr ihr Einkommen bestreiten können: Bar-Girls und Hostessen, denen der direkte Kundenkontakt durch die neuen Auflagen verboten wird. Foto: epa/Barbara Walton

BANGKOK: Wie bereits berichtet sollen Pubs, Bars und andere mit dem Nachtleben in Verbindung stehende Vergnügungsstätten voraussichtlich ab dem 1. Juli wieder eröffnet werden dürfen, vorausgesetzt, dass der Plan am kommenden Freitag auf der nächsten Sitzung des Centre for Covid-19 Situation Administration (CCSA) genehmigt wird sowie auch von den Gouverneuren in den einzelnen Provinzen, die zudem das Recht haben, die Regeln individuell der Situation anzupassen.

Die Wiedereröffnung des berühmt-berüchtigten thailändischen Nachtlebens soll jedoch unter strikter Beachtung von 21 Regeln zur Vermeidung des Coronavirus-Infektionsrisikos erfolgen – und die haben es in sich:

1. Konstante Überwachung der Gästezahl, um sicherzustellen, dass die Lokalitäten nicht überfüllt sind.

2. Temperatur-Screening aller Gäste und Mitarbeiter.

3. Kostenlose Bereitstellung von alkoholhaltigem Handdesinfektionsgel an allen Eingängen der Lokalitäten und auch innerhalb der Unterhaltungsstätten nach Bedarf.

4. Sicherstellung, dass die Größe von Gästegruppen 5 Personen nicht übersteigt.

5. Sicherstellung der sozialen Distanzierung in Warteschlangen.

6. Sicherstellung, dass alle Tische in einem Mindestabstand von 2 Metern voneinander entfernt aufgestellt sind oder voneinander abgetrennt sind (z.B. durch Trennwände).

7. Sicherstellung, dass zwischen allen Sitzplätzen ein Mindestabstand von 1 Meter eingehalten wird.

8. Sicherstellung, dass die Lokalität ordnungsgemäß belüftet wird.

9. Nur Essen und Trinken ist gestattet.

10. Getränke können nur einzeln verkauft werden, gemeinsame Behältnisse (z.B. Buckets) oder Eiskübel zur gemeinsamen Nutzung innerhalb der eigenen Gruppe sind verboten.

11. Das Bedienungspersonal ist dazu verpflichtet, jederzeit eine Nasen-Mund-Schutz-Maske oder ein Face Shield zu tragen.

12. Die Bühne oder Aufführungsbereich von Shows muss vom Publikum abgetrennt sein, die Zuschauer müssen mindestens 2 Meter entfernt von der Bühne bzw. vom Aufführungsbereich sitzen bzw. stehen.

13. Alle Besucher oder auftretenden Show-Künstler (z.B. DJs, MCs, Musiker, A-Go-Go-Tänzerinnen etc.) sind dazu verpflichtet, jederzeit einen Gesichtsschutz zu tragen.

14. Die Besucher dürfen nicht laut sein oder um den Veranstaltungsort herumlaufen, wenn dies nicht notwendig ist.

15. Wenn das Teilen von Speisen oder Getränken nicht vermieden werden kann, dann muss jeder am Tisch mit einem individuellen Servierlöffel oder Glas ausgestattet sein.

16. Die Toiletten müssen alle 30 bis 60 Minuten gereinigt werden.

17. Alle Tische, Stühle und häufig berührte Flächen müssen regelmäßig gereinigt werden.

18. Verboten ist das Ausrichten von Sport-Wettkämpfen oder jede Form von Wettbewerben, die große Besucherzahlen anziehen.

19. Videospiele/ Arcade-Spielautomaten und Pub-Spiele wie Billard/ Pool oder Darts sind verboten.

20. In Raucherbereichen gilt die Beachtung der Regeln der sozialen Distanzierung.

21. Kein Servicepersonal (z.B. Bar-Girls) oder Marketing-Vertreter (z.B. für Getränke-Promotions) dürfen bei den Gästen Kunden sitzen.

Anmerkung der Redaktion: Auch wenn der Großteil der Vorschriften aus Virusschutzgründen nachvollziehbar ist, stellt der Auflagen-Katalog Barbesitzer und Co. vor große Schwierigkeiten. Während bei Punkt 14 (Lautstärke der Gäste) der Zusammenhang zur Corona-Prävention wohl nur schwer nachvollziehbar ist, würden Bar-Girls und Club-Hostessen, die ihren Unterhalt durch den Verkauf sogenannter „Lady-Drinks“ beim Zusammensitzen mit Kunden bestreiten, mit Punkt 21 komplett ihrer Grundlage beraubt werden.

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Jürgen Franke 24.06.20 09:52
Herr Knegt, beschreibt exakt den Alltag.
Für regelmäßige Besucher Thailands ist der Umgang mit der Bevölkerung kein Problem.
Oliver Harms 24.06.20 09:07
Herr Franke nicht Restaurantes,sondern bars
Sollte es ihnen entgangen sein,daß man Restaurantes bereits seit einiger Zeit wieder besuchen kann?
Wo ist eigentlich das Problem?
Die GoGos müßen Gesichtsmaske oder Visier tragen von anderer Bekleidung ist nicht die Rede.
Also können sie weiter ihre Show auf den Bühnen erledigen.
Da die"Damen"des horizontalen Gewerbe alle durchnummeriert sind,dürfte es wohl nicht schwer fallen
sich die Nummer auf den Bierdeckel zu kritzeln und diesen der Bedienung zureichen zwecks
kontaktieren der Dienstleisterin.Wenn man sich dann einig geworden ist und bezahlt wurde,kann der etwas unflexible Kommentator mit seiner Nummer des Abends von dannen ziehen und wenn sie/er möchte ganz legal als Pärchen gemeinsamen in der nächsten Bar Schulter an Schulter zusammen abstürzen.

Thomas Thoenes 23.06.20 23:07
Haha super geile Liste.
Punkt 9. ?? Reden verboten!! Dann noch Punkt 11 die Katze im Sack "kaufen". Die auch noch Punkt 21 nicht mal bei mir sitzen darf. Bis ich nach einigen Stunden stummen trinkens und essens, 3-5 Ladydrinks mit der unbekannten vermummten Dame gegenüber der Theke meine Rechnung inkl. Barfee bezahle und sie mit ins Hotel nehme wo dann alle Notstandsregeln außer Kraft sind. Herrlich dieser Bericht der zu 100% am 01. April wiederholt werden sollte. Lesen die sowas nicht vor der Veröffentlichung? Das ist doch wie eine Verordnung alle Ampeln und Zebrastreifen auf der A1 zwischen Dortmund und New York zu beachten.
bert brecht 23.06.20 20:17
Lady Drinks
mit Lady Drinks können die Frauen doch weiter ihren Lebensunterhalt bestreiten: sie setzen sie entfernt sitzenden Kunden einfach auf die Rechnung - die werden sich für die Rücksichtnahme bedanken, werden sie doch nicht mit dummem Zeug zugelabert oder müssen "4 Gewinnt" verlieren...
Tom Lore 23.06.20 20:15
Interessant
Hoch interessant diese Punkte :) Besonders Punkt 14, 16 und 21:
Pkt.14: Gogo Tänzerinnen mit Mundschutz...hehehe sehr erotisch
Pkt.16: Ja klar! Alle 30-60 Minuten WC Reinigung ist doch eh selbstverständlich...hahaha
Pkt.21: Na, zum Glück dürfen dann wenigstens noch Freelancer neben den "Gästen-Kunden" sitzen...lol
Gigi Geiger 23.06.20 17:15
Fragwürige Regeln
Ich denke, der Punke 14 sollte neu überarbeitet werden. Musik sollte so eingestellt werden, dass ein normales Gespräch zu führen möglich ist (unter 100 Dezibel)! Der Punkt 21 sollte ersatzlos gestrichen werden; da die Girls sich mit dem Bonus für die Getränke das Essen finanzieren. Sollte dieser Punkt beibehalten werden, können die Bars gleich dicht machen. Wozu soll ich mich allein in eine Bar setzen? Vielleicht um mit meinem Spiegelbild zu reden?
Klaus Olbrich 23.06.20 17:10
In Thailand ist es in dem Bars üblich, das die Girls bei den Gästen sitzen und ihre gesponserte Drinks trinken.
Kein Besucher wird ein Getränk ausgeben, wenn er das Girl nur von 2 Meter Abstand betrachten kann.
Dann wird er das Girl direkt mitnehmen und schon sind alle Corona Verbote fuer die Katz.?
Das kommt einem Bordell gleich !
Jürgen Franke 23.06.20 16:37
Die Eröffnung der Restaurants unter diesen
Bedingungen halte ich für einen Witz und wird Thailand noch schneller in den Ruin treiben, als die Regierung vielleicht vermutet. Nach wie vor ist Patong abends eine tote Stadt. Alle Hotels sind gechlossen. Wo sollen am 01.07. schlagartig die zahlenden Gäste herkommen?
Norbert Kurt Leupi 23.06.20 13:40
Reopening nur unter Beachtung...
von 21 Corona - und " Anstands-Regeln " ! Unter diesen Umständen werden die GOGO - Schuppen keinen grossen Andrang mehr finden und die Umsätze werden im Minus bleiben ! Wichtig wäre aber auch ein Punkt , der nicht erwähnt wurde , nämlich dass der Haus - DJ den Lautstärke-Regler seiner Soundanlage nur noch zur Hälfte aufdrehen darf und somit der Lärm aus den Lautsprecher - Boxen unter 100 Dezibel bleibt , damit man beim "Anmache-Gespräch " mit einer Lady in einer normalen Tonlage reden kann !
Markus Boos 23.06.20 13:39
Hm!
Bin mal gespannt, wie kreativ die Barbesitzer mit all diesen Auflagen umgehen. Alleine das ist ein Grund, da mal hinzu gehen. Und dann gleich ins Kloster um wenigstens ein bisschen Spass zu haben.
Ronaldo 23.06.20 13:37
Anmerkung d. Redaktion ist verlogener Zynismus
Die Redaktion bemerkt, dass die Bargirls die vom Verkauf der Ladydrinks leben damit komplett ihrer Grundlage beraubt werden. Und dabei weiß JEDER hier, dass niemand von den Ladydrinks lebt bzw. leben kann. Soviel Alkohol können die gar nicht in sich reinschütten. Man muss seine Hose schon mit der Kneifzange anziehen, um so einen Unsinn für bare Münze zu nehmen.
Ingo Kerp 23.06.20 13:22
Ob sich unter Beachtung aller Vorsichtsmaßnahmen noch jemand findet, der Spaß an einem Barbesuch hat? Andererseits, glaubt man tatsächlich, das sich jeder an die aufgeführten Punkte hält? Witzig ist der Punkt 9. außer Essen und trinken ist also nichts gestattet. Wie sollen die "Damen" denn ihr Geld verdienen, wenn sie ihre (behoerdl. vebotenen) Liebesdienste nicht anbieten dürfen?
Ling 23.06.20 13:07
Punkt 14...
... ist tatsächlich schwer nachvollziehbar. Viel interessanter finde ich allerdings Punkt 21. Bar-Girls dürfen nicht bei den Gästen sitzen und umgekehrt dann wohl auch nicht. Da brauchen die Bars doch gar nicht erst aufmachen. So üben wir uns einfach weiterhin in Geduld, weitere Lockerungen werden bestimmt noch kommen.
Roman Müller 23.06.20 11:51
Laut gedacht...
völlig unpraktikabel. Da dürfte ein Besuch einer Bar oder Gogo etwa gleich lustig und amüsant sein, wie der Wäsche beim trocknen zuzusehen. Punkt 5 ist der Oberhammer... "Warteschlangen" zum eintreten. Denke das Risiko von "Warteschlangen" dürfte verschwindend klein sein.
Peter Maerz 23.06.20 11:51
Was soll das denn ?
Ja meinen Drink kann ich dann gemuetlich auch woanders trinken ... :-)
Gerrit Dreier 23.06.20 11:51
Wow...
Da kann man ja gleich zu Hause bleiben...
Kann zu einem ja die Regeln verstehen.. Aber unter den Umständen würde ich eher noch n paar Wochen warten bis es weiter gelockert wird..
Und was ist mit Punkt 14??