Bär wandert in Lettland durch Stadt

Braunbär Lillebror steht in seinem Gehege im Berliner Zoo. Foto: Monika Skolimowska/dpa
Braunbär Lillebror steht in seinem Gehege im Berliner Zoo. Foto: Monika Skolimowska/dpa

RIGA: Ein Bär ist in Lettland durch eine Stadt geirrt und von den Behörden aus der Stadt eskortiert worden. Das Tier sei am Sonntag tagsüber an mehreren Stellen in der Stadt Jekabpils gesichtet und nach Einbruch der Dunkelheit in den Wald gelockt worden, sagte Bürgermeister Raivis Ragainis der lettischen Nachrichtenagentur Leta. Dazu seien eine Straße gesperrt und ein Korridor für den Bären geschaffen worden, dessen Entschwinden mit Hilfe von Drohnen mit Infrarotkameras geprüft worden sei.

Augenzeugenvideos im Internet zeigten den Bären, wie er auf der Straße durch Wohnsiedlungen in der Stadt mit gut 20.000 Einwohnern läuft. Auch wurde er in der Nähe einer Tankstelle gesehen, letztlich aber in ein Waldgebiet verscheucht - ohne jemanden zu verletzen oder Schaden anzurichten. Die Einwohner von Jekabpils waren einem Rundfunkbericht zufolge aufgeregt und äußerten sich sowohl überrascht über das Herumwandern des Tieres in der Stadt als auch besorgt um ihre eigene Sicherheit und die ihrer Kinder.

«Die Natur ist, wie sie ist»

Nach Angaben von Ragainis wurde der Einsatz durch das große öffentliche Interesse behindert, denn das desorientierte Tier sei noch mehr verwirrt worden. So seien manche Einwohner trotz der potenziell gefährlichen Situation bereit gewesen, den Bär zu verfolgen, zu filmen oder zu fotografieren. Die Stadtverwaltung hatte zuvor über das Auftauchen des Bären informiert und mitgeteilt, dass er mit Lautsprechern aus der Stadt vertrieben werden solle.

«In Lettland geht die größte Bedrohung derzeit nicht von Bären aus, sondern vom Verhalten der Menschen bei Begegnungen mit ihnen», sagte die Leiterin der Naturschutzbehörde, Gita Strode, dem lettischen Rundfunk. So hätten die Einwohner durch ihr Verhalten den Stress für das Tier erhöht, das auf der Suche nach Nahrung oder zum Umherstreifen in die Stadt gekommen sei, nicht aus Aggression oder um Menschen anzugreifen. 

Bären waren bereits in der Vergangenheit in Nähe der Stadt gesichtet worden. Erst kürzlich hatte sich zudem ein Elch nach Jekabpils verirrt und wurde ebenfalls aus der Stadt eskortiert. «Die Natur ist, wie sie ist. Wir sind von Wäldern umgeben», sagte Ragainis. Jekabpils liegt rund 140 Kilometer südöstlich der lettischen Hauptstadt Riga.

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