Aus für weltgrößten Passagierjet A380

Airbus stellt Produktion ein

Foto: epa/Christian Charisius
Foto: epa/Christian Charisius

TOULOUSE (dpa) - Einst sollte er die Luftfahrt revolutionieren. Doch nun zieht Airbus den Stecker beim A380. Der Luftgigant war schon lange ein Sorgenkind.

Der europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus stellt die Produktion des weltgrößten Passagierjets A380 ein. Die letzte Auslieferung des Luftgiganten sei für 2021 geplant, teilte Airbus am Donnerstag in Toulouse mit. Die größte Kundin des A380, die die arabische Fluggesellschaft Emirates, habe ihre Bestellung um 39 Maschinen reduziert - auch bei anderen Airlines sei der Auftragsbestand mangelhaft. Daher gebe es nun keine Grundlage mehr für eine Fortsetzung der Produktion.

Der doppelstöckige Passagierjet hat Airbus schon länger große Sorgen bereitet. In den vergangenen Jahren hatte kaum noch eine Fluglinie ein Modell geordert. Airbus drohten, die Bestellungen auszugehen. Der Konzern fuhr die Jahresproduktion zuletzt von zeitweise bis zu 30 Maschinen auf nur noch sechs Exemplare zurück.

Emirates habe nun beschlossen, die A380-Bestellungen von 162 auf 123 Maschinen zu reduzieren. Dabei würden in den kommenden zwei Jahren noch 14 verbleibende Passagierjets in Empfang genommen. Als Konsequenz werde Airbus seine Auslieferungen 2021 einstellen, teilte das Unternehmen mit.

«Die heutige Ankündigung ist schmerzlich für uns und für die A380-Communities weltweit», so Airbus-Konzernchef Tom Enders laut Mitteilung. Der Passagierjet werde aber noch viele Jahre lang am Himmel unterwegs sein. Selbstverständlich werden wir die Betreiber der A380 auch weiterhin uneingeschränkt unterstützen», so Enders weiter.

Airbus werde in den nächsten Wochen Gespräche mit den Sozialpartnern bezüglich der 3.000 bis 3.500 Stellen aufnehmen, die in den kommenden drei Jahren betroffen sein könnten. Es werde aber zahlreiche Möglichkeiten für interne Stellenwechsel geben.

Teile des Luftgiganten werden an Airbus-Standorten in Deutschland gefertigt - darunter Hamburg, Bremen, Stade und Augsburg. Wegen der Auftragsflaute beim A380 stehen bundesweit bereits Tausende Jobs auf der Kippe.

Vielen Airlines ist der Flieger zu groß und verbraucht zu viel Treibstoff - das ist nicht wirtschaftlich, besonders wenn der Riesenjet nicht voll besetzt ist. Andere Flugzeuge bei Airbus sind hingegen sehr beliebt. Die kleineren Maschinen der A320-Familie sind ein Kassenschlager.

Auch die australische Fluggesellschaft Qantas Airways hatte vor gut einem Monat die Bestellung von acht A380-Passagierjets zurückgezogen. Anfang Februar hatte zudem der Chef der Fluggesellschaft Qatar Airways, Akbar Al-Baker, dem A380 ein schlechtes Zeugnis ausgestellt. Er hatte erklärt, dass er über eine vorzeitige Einstellung der Produktion nicht traurig wäre. Nach Al-Bakers Auffassung ist der Flieger zu schwer, weil seine Tragflächen für die nie gebaute Langversion ausgelegt sind.

Der A380 hat je nach Ausstattung bis zu 853 Sitze. Der Superjet hat eine Reichweite von 15.200 Kilometern und ist gut 72 Meter lang. Seine Flügelspannweite liegt bei knapp 80 Metern. Für den Luftgiganten bekamen zahlreiche Flughäfen neue Terminals. Die Planungen für den A380 begannen 1995, im Jahr 2000 fiel der offizielle Startschuss.

Den Erstflug absolvierte der Riesenvogel am 27. April 2005. Der kommerzielle Einsatz startete Ende Oktober 2007 mit einem Sonderflug zwischen Singapur und Sydney.

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Leserkommentare

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Jürgen Franke 15.02.19 11:30
Dieser Riesenvogel erinnert etwas
an den Überschallflieger Concorde. Auch eine Idee, was Techniker alles machen können, wenn sie ausreichend Geld zur Verfügung haben. Es macht jedoch wenig Sinn, in 3 Stunden über den Atlantik zu fliegen, wenn man anschließend stundenlang im Stau stehen muss, um ans Ziel zu kommen. Es sei denn, ein Hubschrauber steht am Flughafen bereit.
Jürgen Franke 15.02.19 05:51
Die Idee, einen derartigen Riesenvogel
zu bauen, muss von Menschen gekommen sein, die nichts von der Realität des Flugbetriebs in ihre Planung aufgenommen haben, da es eine logistische Meisterleistung für jeden Flughafen bedeutet, diesen Riesenvogel in einer überschaubaren Zeit mit Passagieren zu bestücken. Abgesehen davon ist es unrealistisch, dass eine große Anzahl von Menschen beabsichtigen, von einem Flughafen von A nach B zu fliegen. Für die Mitarbeiter dürfte die Weiterbeschäftigung kein Problem darstelle, da die Bundeswehr aufrüstet.
Norbert Kurt Leupi 14.02.19 20:15
Aus für den...
schönsten Vogel der Lüfte ! Die wegen Neu-Bestellungen eingestellte Produktion wird den Steuerzahler und die Arbeitslosen noch einige Zeit " beschäftigen " ?