26 Schreiadler-Küken geschlüpft

​Aufwendige Aufzucht 

Ein Schreiadler-Küken wächst nach künstlicher Brut in einem nachgebauten Nest heran und wird dort betreut. Foto: Ludwig Klein/Nabu-stiftung Nationales Naturerbe/dpa
Ein Schreiadler-Küken wächst nach künstlicher Brut in einem nachgebauten Nest heran und wird dort betreut. Foto: Ludwig Klein/Nabu-stiftung Nationales Naturerbe/dpa

Berlin: In Deutschland leben nur noch 130 Brutpaare: Nun sind 26 Schreiadler-Küken in einer Aufzuchtstation bei Potsdam geschlüpft. Alle Eier waren aus Nestern gesammelt und künstlich ausgebrütet worden, wie der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) mitteilte. Denn Schreiadler (Clanga pomarina) legen den Angaben zufolge in der Regel zwei Eier, ziehen jedoch nur eines der Küken auf. Die erstgeborenen Küken töten ihre jüngeren Geschwister. 

Die Nabu-Stiftung Nationales Naturerbe entnimmt daher aus polnischen und deutschen Nestern die Zweiteier und lässt die Küken per Hand aufziehen. Für das Überleben der Schreiadler zähle jedes einzelne Küken, sagte Nabu-Adlerexperte Ludwig Klein der Deutschen Presse-Agentur (dpa). 

Pfleger tragen Adlermaske und Umhang

Diese Aufzucht ist überaus aufwendig: Mehrmals täglich werden die Küken von Pflegern etwa mit Mäusefleisch gefüttert und gewogen. «Um die Küken nicht an Menschen zu gewöhnen, tragen sie dabei Adlermaske und Umhang», teilte der Nabu mit. Ende Juli ziehen die Jungvögel dann in die Auswilderungsstation, wo sie tagsüber frei fliegen können, aber noch gefüttert werden. Nachts geht es zu ihrem Schutz etwa vor Waschbären in eine Voliere.

Rechtzeitig zum Vogelzug im September werden die Jungvögel dann in die Freiheit entlassen. Schreiadler ziehen laut Nabu bis zu 10.000 Kilometer weit, um den Winter im Süden Afrikas zu verbringen.

Mangel an geeigneten Lebensräumen

Der Schreiadler - auch Pommernadler genannt - ist mit einer Flügelspannweite von 143 bis 168 Zentimetern die kleinste heimische Adlerart. Deutschlandweit gibt es nach Angaben des Nabu nur noch etwa 130 Brutpaare in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Seinen Namen verdankt der Schreiadler seinem markanten Balzruf. 

Den Vögeln mangele es hierzulande an geeigneten Lebensräumen, sagte Klein. Der Nahrungsraum der Tiere, Wiesen und Weiden, schwinde. Die Nabu-Stiftung wertet daher in Schutzgebieten Brut- und Nahrungsflächen auf, indem sie Grünland wiedervernässt.

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