Putin schlägt Verlängerung vor

​Atomarer Abrüstungsvertrag 

Der russische Präsident Wladimir Putin nimmt an einem Treffen mit dem ehrenamtlichen Chefdesigner der NPO teil. Foto: epa/Michael Klimentyev / Sputnik / K
Der russische Präsident Wladimir Putin nimmt an einem Treffen mit dem ehrenamtlichen Chefdesigner der NPO teil. Foto: epa/Michael Klimentyev / Sputnik / K

MOSKAU: Vier Monate vor dem Auslaufen des letzten großen atomaren Abrüstungsvertrags mit den USA hat Russlands Präsident Wladimir Putin eine Verlängerung um mindestens ein Jahr ohne Bedingungen vorgeschlagen. Diese Zeit könne für «sinnvolle Verhandlungen über alle Einzelheiten» genutzt werden, sagte der Kremlchef am Freitag bei einer Videokonferenz seines Sicherheitsrates in Moskau. «Es wäre schade, wenn dieser Vertrag nicht mehr existieren würde.»

Der New-Start-Vertrag läuft Anfang Februar aus. Die USA hatten sich zuletzt bereit erklärt, das Abkommen über die Kontrolle von Atomwaffen für eine gewisse Zeit zu verlängern, dafür aber Bedingungen an Russland gestellt. Beide Länder besitzen zusammen rund 90 Prozent der weltweiten Atomwaffen.

Putin sagte, das Abkommen habe in die vergangenen Jahren seine Hauptaufgabe erfüllt: das Wettrüsten einzuschränken und Waffen zu kontrollieren. «Es ist klar, dass wir neue Waffensysteme haben, die die amerikanische Seite noch nicht hat», meinte der Kremlchef. Russland sei aber bereit, auch darüber zu diskutieren.

Der New-Start-Vertrag begrenzt die russischen und amerikanischen Nukleararsenale auf je 800 Trägersysteme und 1550 einsatzbereite Atomsprengköpfe. Wird der Vertrag nicht verlängert oder keine neue Vereinbarung geschlossen, gäbe es erstmals seit Jahrzehnten kein Abkommen mehr, das den Bestand an strategischen Atomwaffen begrenzt.

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