Aktuelle Meldungen der Luftfahrt am Dienstag

Fotomontage: DER FARANG
Fotomontage: DER FARANG

Angeschlagene Airline Virgin Atlantic schließt Rettungsdeal ab

LONDON: Die in der Corona-Krise in Schieflage geratene britische Fluggesellschaft Virgin Atlantic hat mit ihren Anteilseignern, weiteren Investoren und Gläubigern einen Rettungsdeal vereinbart. Wie Virgin Atlantic am Dienstag mitteilte, soll der Airline mit einem 2,1 Milliarden Pfund (umgerechnet rund 2,3 Milliarden Euro) schweren Rettungspaket wieder auf die Beine geholfen werden. Das Geld soll teilweise von den beiden Anteilseignern Virgin Group und Delta Air Lines und teilweise von einem Hedgefonds kommen. Zudem stimmten mehrere Gläubiger demnach einer Stundung von Krediten zu.

Zur Rettung legte sich Virgin Atlantic aber auch ein striktes Sparprogramm auf. Mehr als 3500 Arbeitsplätze wurden gestrichen. Flugzeugbestellungen wurden verschoben. «Wir haben schmerzvolle Schritte vollzogen, aber wir haben geschafft, was viele für unmöglich hielten», sagte Virgin-Atlantic-Chef Shai Weiss der Mitteilung zufolge. Am 20. Juli will Virgin Atlantic seinen Flugbetrieb wieder aufnehmen.

Virgin-Atlantic-Gründer Richard Branson hatte in den vergangenen Monaten vergeblich für eine staatliche Rettung der Airline geworben, war damit aber in der Londoner Downing Street auf taube Ohren gestoßen.


Delta Air Lines schreibt 5,7 Milliarden Dollar Quartalsverlust

ATLANTA: Die Corona-Pandemie hat die US-Fluggesellschaft Delta Air Lines im zweiten Quartal tief in die roten Zahlen gebracht. In den drei Monaten bis Ende Juni fiel unterm Strich ein Verlust in Höhe von 5,7 Milliarden Dollar (5,0 Mrd Euro) an, wie das Unternehmen am Dienstag in Atlanta mitteilte. Zum Vergleich: Im entsprechenden Vorjahreszeitraum hatte Delta noch 1,4 Milliarden Dollar verdient. Der Umsatz brach um fast 90 Prozent auf 1,5 Milliarden Dollar ein.

Die Zahlen zeigten, dass die Belastungen durch die Covid-19-Pandemie «wahrhaftig erschütternd» seien, sagte Delta-Chef Ed Bastian. Grund zum Optimismus gebe es auch nicht - bis zu einer nachhaltigen Erholung dürfte es mehr als zwei Jahre dauern. Obwohl die Airline schon mit drastischen Worten vor einem miserablen Quartal gewarnt hatte, fiel das Ergebnis noch schlechter aus als am Markt erwartet. Die Aktie geriet vorbörslich zunächst weiter ins Minus.


Ukraine kritisiert iranischen Bericht zu Flugzeugabschuss

KIEW: Die Ukraine hat den iranischen Bericht zum Abschuss eines ukrainischen Passagierflugzeugs mit knapp 180 Toten vor rund sieben Monaten scharf kritisiert. «Zu behaupten, dass es ein menschlicher Fehler war, ist zu früh», sagte Außenminister Dmitri Kuleba am Dienstag in Kiew. Die Ukraine habe noch viele offene Fragen. Nur strafrechtliche Ermittlungen könnten genaue Antworten bringen. In der kommenden Woche soll eine iranische Delegation nach Kiew reisen, um über Schadenersatz zu verhandeln.

Die ukrainische Boeing-Maschine war am 8. Januar kurz nach dem Start in Teheran von der iranischen Luftabwehr abgeschossen worden. Alle 176 Bordinsassen wurden getötet. Teheran hatte zu der Zeit einen amerikanischen Raketenangriff erwartet. Die iranische Führung gab den Abschuss erst mit Verzögerung zu, was zu wütenden Protesten im Lande führte. Unter den toten Passagieren waren Kanadier, Ukrainer, Afghanen, Briten, Schweden und Iraner mit Aufenthaltsrecht in Schweden.

Die iranische Luftfahrtbehörde hatte am Montag in ihrem Abschlussbericht von einem «menschlichen Fehler» gesprochen. Die fehlerhafte Ausrichtung eines Radarsystems hätte zu einem Kommunikationsfehler bei der zuständigen militärischen Abteilung geführt, hieß es.

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