Thais wollen berühmten Wahrsager sehen

Tagelanges warten, bis die Abergläubischen einen Termin bekommen

Die Wahrsagerei ist ein weiterer Halt und spiritueller Anker für das thailändische Volk. Foto: Khaosod
Die Wahrsagerei ist ein weiterer Halt und spiritueller Anker für das thailändische Volk. Foto: Khaosod

CHIANG MAI: Hunderte abergläubische Thais kommen aus dem ganzen Königreich und stehen tagelang Schlange, nur um sich im Tung-Yu-Tempel in Chiang Mai die Zukunft vorhersagen zu lassen.

Sie alle suchen die Weisheit des 52-jährigen Mönches Tui oder Sattaphat auf. Tui wurde in den thailändischen sozialen Medien berühmt, nachdem Hunderte von Internetnutzern geteilt hatten, dass sich ihr Leben verbessert hat, nachdem sie den wahrsagenden Mönch aufgesucht hatten.

Tui fragt nach persönlichen Informationen wie Geburtsdatum, Geburtszeit, Sternzeichen, Vor- und Nachname. Dann sagte er das künftige Schicksal der Menschen anhand seiner alten Schriften voraus.

Wenn eine Person in ihrem Leben unglücklich ist, schlägt Tui vor, den Vornamen, den Nachnamen oder beides zu ändern, um mehr Glück zu haben. Der Mönch bietet seinen Service für 20 Personen pro Tag an. Er legt keinen Preis für den Service fest, sondern bittet die Menschen, dem Tempel zu spenden, was sie sich leisten können. Viele Leute kommen mit ihrem Bettzeug und schlafen in der Schlange, während sie ab 3 Uhr morgens warten, bis sie an der Reihe sind.

Eine Frau, die aus Bangkok angereist war, erzählte der Presse, dass sie am vergangenen Montag, dem 12. September, ankam und bis Mittwoch warten musste. Die Frau sagte, ihr Freund habe ihr empfohlen, der Wahrsager zu besuchen. Ihre Freundin brachte die ganze Familie in den Tempel und alle änderten ihre Namen, um ihr Leben zu verbessern.

Der Abt des Tung-Yu-Tempels, Samu Boonrueng, erklärte, dass Tui seit 2011, als Mönch im Tempel lebt und er mithilft, viele Spenden für den Tempel einzuwerben.

Der stellvertretende Direktor des Kulturrates der Provinz Chiang Mai, Wanlop Narmwongprom sagte in einer Pressekonferenz zu den Medien das dieses Thema im Buddhismus ein Dilemma ist. Doch thailändische Mönche haben sich seit der Antike mit der Wahrsagerei beschäftigt. Sie sagten das Kriegsgeschick, die Zukunft des Landes und andere Dinge voraus. Er fügte hinzu, es wäre in Ordnung, wenn ein Mönch kostenlos und nicht gegen Geld Wahrsagerei betreibe. Die Wahrsagerei ist ein weiterer Halt und spiritueller Anker für das thailändische Volk.

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