50. Jahrestag: Israel gibt Geheimdokumente zu Entebbe frei

Foto: Pixabay/Pavelisa
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TEL AVIV: Am 27. Juni 1976 entführten Terroristen eine Air-France-Maschine nach Uganda. Zum 50. Jahrestag stellt das israelische Staatsarchiv die Regierungsdokumente zur militärischen Befreiung bereit.

Das israelische Staatsarchiv gibt zum 50. Jahrestag der Flugzeugentführung von Entebbe erstmals eine umfassende Sammlung historischer Dokumente frei. Die Behörde veröffentlicht alle Akten zur «Operation Entebbe», darunter auch bislang unter Verschluss gehaltene Dokumente, Telefongespräche sowie Fotos.

Die Auswertung zehntausender Seiten Archivmaterials ermögliche ein umfassenderes und präziseres Bild der Ereignisse jener Woche - von der Geiselnahme am 27. Juni 1976 bis zur bewaffneten Befreiungsaktion in den frühen Morgenstunden des 4. Julis.

Wer waren die Entführer und welche Forderungen stellten sie?

Palästinensische und deutsche Terroristen hatten eine Air-France-Maschine auf dem Weg von Athen nach Paris entführt. Sie wollten die Freilassung von Inhaftierten in Israel, Frankreich, der Schweiz und Deutschland erzwingen, darunter auch Gefangene der linksextremen deutschen Terrorgruppe Rote Armee Fraktion (RAF).

Die palästinensischen Akteure gehörten der Splittergruppe Volksfront zur Befreiung Palästinas - Externe Operationen (PFLP-EO) unter der Führung von Wadie Haddad an. Bei den deutschen Beteiligten handelte es sich um Mitglieder der Revolutionären Zellen (RZ), einer von den 1970er Jahren bis in die 1990er Jahre aktiven linksextremistischen Gruppe.

Was geschah in Entebbe?

Nach einem Zwischenstopp in Libyen flogen die Entführer nach Entebbe in Uganda. Die Terroristen ließen die meisten nicht jüdischen Passagiere frei und hielten mehr als 100 jüdische und israelische Geiseln fest. Die französische Flugzeugbesatzung entschied sich, bei den Geiseln zu bleiben.

Dokumente schildern den Moment, als die israelische Regierung von der Entführung erfuhr. «Bevor wir fortfahren, habe ich eine Mitteilung», unterbrach der damalige Ministerpräsident Jitzhak Rabin eine Sitzung des Kabinetts. Der Kontakt zu dem Air-France-Flugzeug, das von Israel in Richtung Paris gestartet war, sei nach einem Zwischenstopp in Athen abgebrochen. «Es scheint, als sei das Flugzeug entführt worden.»

Während der Sitzung sei Rabin informiert worden, dass das Flugzeug in Bengasi, Libyen, gelandet sei. Zu diesem Zeitpunkt sei noch unklar gewesen, ob Libyen das Ziel war, wer die Entführer waren und welche Absichten sie verfolgten.

Eine israelische Militäreinheit beendete die Geiselhaft am 4. Juli 1976 durch eine gewagte, bewaffnete Befreiungsaktion. Bei dem Einsatz starben alle sieben Entführer, drei Geiseln, mehrere ugandische Soldaten sowie der israelische Kommandeur Jonatan Netanjahu, ein Bruder des heutigen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu.

Laut dem Staatsarchiv dokumentieren die Protokolle die Beratungen, die strategischen Bedenken, die verschiedenen Szenarien der israelischen Regierung sowie deren Zweifel während der Krise. Die Akten bildeten den komplexen Entscheidungsprozess ab, welcher der letztendlich erfolgreichen Militäroperation vorausging, hieß es. Außerdem werde das Ausmaß der Unterstützung des damaligen ugandischen Präsidenten Idi Amin für die Entführer dokumentiert.

Die Publikation beleuchtet laut Staatsarchiv auch die Schwierigkeit, zwischen Verhandlungen, die auf eine Kapitulation hinauslaufen, und dem enormen Risiko einer Militäroperation abzuwägen.

Rabin nennt Befreiung einen der beispielhaftesten Siege

Nach der Befreiung eröffnete Ministerpräsident Rabin am 4. Juli eine Plenarsitzung der Knesset mit den Worten: «Die israelischen Streitkräfte errangen einen der beispielhaftesten Siege aus menschlich-moralischer und militärisch-operativer Sicht - ein einzigartiges Zeugnis jüdischer Brüderlichkeit und israelischen Mutes. Gemeinsam mit den Familien der Gefallenen trauern wir um unsere gefallenen Soldaten und Zivilisten.»

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