«Volksverräter» zum «Unwort des Jahres 2016» gewählt

Foto: dpa/Jan Woitas
Foto: dpa/Jan Woitas

DARMSTADT (dpa) - Der Begriff «Volksverräter» ist das «Unwort des Jahres 2016». Das teilte die Sprecherin der «Unwort»-Jury, die Sprachwissenschaftlerin Nina Janich, am Dienstag in Darmstadt mit. Das Wort sei ein «Erbe von Diktaturen» unter anderem der Nationalsozialisten.

Zum «Unwort des Jahres 2015» war der häufig von Rechtspopulisten verwendete Begriff «Gutmensch» gewählt worden. Für 2014 hatte das Gremium «Lügenpresse» ausgesucht. Im Jahr 2013 war «Sozialtourismus» das «Unwort», davor «Opfer-Abo» (2012) und «Döner-Morde» (2011).

Die Aktion gibt es seit 1991. Sie soll das Bewusstsein und die Sensibiltät für Sprache fördern. Die Jury nimmt bei ihren Entscheidungen «sachlich unangemessene oder inhumane Formulierungen im öffentlichen Sprachgebrauch» in den Blick, «um damit zu alltäglicher sprachkritischer Reflexion aufzufordern».

Neben dem «Unwort des Jahres» gibt es auch das «Wort des Jahres». Dieser Begriff wird unabhängig von der sprachkritischen Jury mit ihrer Sprecherin in Darmstadt von der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) in Wiesbaden gewählt. Für 2016 entschied sie sich für den Begriff «postfaktisch». Zur Begründung hieß es, in politischen und gesellschaftlichen Diskussionen gehe es zunehmend um Emotionen anstelle von Fakten.

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Leserkommentare

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Jack Norbert Kurt Leupi 12.01.17 10:19
Worte des Jahres
Die "Wutbürger" des letzten Jahres haben die Regierenden zu "Volksverrätern" erkoren ! Und weil bei diesen "Politgrössen" Lüge und Wahrheit beieinander stehen , nennt man das" Postfaktisch "! Da wir im postfaktischen Wahljahr der Germanen stehen ,werden die bürgerlichen "Wutwähler" ihre "verräterischen Volksvertreter " wieder wählen ! " Man sollte eine Dummheit nicht zum viertenmal begehen, denn die Auswahl ist gross genug ?"
Dracomir Pires 11.01.17 21:43
Es fällt auf ...
... dass in den letzten Jahren immer Wörter zum Unwort des Jahres ernannt wurden, welche den Linken nicht in den Kram passen. Hingegen werden Propaganda-Wörter der Linken wie "Wutbürger" nicht beachtet.