Rohingya-Exodus nach Thailand befürchtet

Foto: epa/Abir Abdullah
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BANGKOK: Auf einem Forum der Universität Chulalongkorn haben Menschenrechtler die ASEAN-Staaten aufgefordert, ihr Prinzip der Nichteinmischung aufzugeben und an der Lösung der Rohingya-Krise in Myanmar mitzuwirken.

Staatenlose Rohingya könnten ansonsten zu Tausenden auf ihrer Flucht aus Myanmar und Bangladesch per Schiff oder Landweg Thailand erreichen. Hunderttausende Rohingya sollen bereits in das Nachbarland Bangladesch geflohen sein, die UN berichtet von mindestens 1.000 Toten.

Rohingyas werden in Myanmar als illegale Einwanderer aus Bangladesch angesehen und nicht als Staatsbürger anerkannt, selbst wenn sie seit Generationen im Land sind. Rund eine Million Rohingyas leben in Rakhine, sie können sich aber nicht frei bewegen und haben keinen Zugang zum Schulsystem. Seit militante muslimische Rohingyas Militärposten in der Region Rakhine überfielen, schlagen die Streitkräfte der Regierung hart zurück. Ganze Dörfer brennen, verzweifelte Menschen suchen ihr Heil in der Flucht.

Sarawut Aree, stellvertretender Direktor des Instituts Muslim Studies Centre sagte, die Krise könne mit Hilfe der ASEAN-Staaten gelöst werden. Laut Sriprapha Petcharamesree, Dozentin am Institut für Menschenrechte und Friedensstudien der Universität Mahidol, ist die Situation im Rakhine-Staat ein klarer Fall von Menschenrechtsverletzung, Deshalb sei es nicht nur ein Problem von Myanmar, sondern ebenso für ASEAN. Sie forderte die Außenminister der Länder Südostasiens auf, auf einem Treffen zur Lösung der Krise beizutragen. Angkhana Neelapaijit, Mitglied der Nationalen Menschenrechtskommission, rief Myanmar auf, für die Rohingya humanitär Hilfe durch Menschenrechtsorganisationen zuzulassen

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Leserkommentare

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Jürgen Franke 11.09.17 09:20
Eine Aufgabe, die von den ASEAN-Staaten
durchaus lösbar wäre.