Raketen für die Götter

Das Raketenfestival Bung Bang Fai markiert das Ende der Trockenzeit

Am ersten Tag erfolgen Musik- und Tanzveranstaltungen, am zweiten die Wahl des schöns­ten Festwagens (siehe Bild) und am dritten das Abfeuern der selbstgebauten Raketen. Foto: TAT
Am ersten Tag erfolgen Musik- und Tanzveranstaltungen, am zweiten die Wahl des schöns­ten Festwagens (siehe Bild) und am dritten das Abfeuern der selbstgebauten Raketen. Foto: TAT

THAILAND: Zum Ende der Trockenzeit wird in Yasothon im Nordosten des Landes das Raketenfestival Bung Ban Fai gefeiert. Auch dieses Jahr verwandelt sich die Stadt nahe der laotischen Grenze wieder drei Tage lang in einen der außergewöhnlichsten Party-Schauplätze Thailands. Gefeiert wird von Freitag, 13. Mai bis Sonntag, 15. Mai.

Hunderte wagemutiger Hobbypyromanen schießen dann unzählige selbst gebastelte Raketen in die Luft. Wessen Rakete nicht startet, der muss mit lautem Gelächter der amüsierten Masse rechnen. Die abenteuerlichen Fluggeschosse bestehen aus einem Mix aus Bambus und Plastik. Vollgestopft mit Sprengstoff, erreichen sie Flughöhen von bis zu 3.000 Metern! Da erscheint es durchaus logisch, dass an den drei Festivaltagen der gesamte Luftraum in der Region für die zivile Luftfahrt gesperrt wird.

Aberglaube und Partystimmung

Zisch, knall bumm! Das Abfeuern der Raketen ist der Höhepunkt des Festivals. Foto: epa/David Longstreath
Zisch, knall bumm! Das Abfeuern der Raketen ist der Höhepunkt des Festivals. Foto: epa/David Longstreath

Das lautstarke Raketenfestival wird von der Lokalbevölkerung jedoch nicht als pure Lust am Feuerwerk, sondern als eine abergläubische Tradition verstanden. Nordöstlichen Überlieferungen folgend müssen erst die Götter gnädig gestimmt werden, damit der erste Regen auf den besonders trockenen Landesteil fällt und somit die Erde mit Fruchtbarkeit gesegnet wird. In diesem Zusammenhang ist die knapp zehn Meter hohe Hauptrakete von besonderer Bedeutung. Mit bis zu 25 Kilogramm Schwarzpulver gefüllt, wird sie in den Himmel gefeuert. Je höher sie fliegt, desto mehr Regen wird fallen.

Wie bei anderen Wettkämpfen im Königreich, wird – trotz gesetzlichem Verbot – auch in Yasothon gewettet, dass die Fetzen fliegen. Nicht selten wird hier Haus und Hof verspielt, weshalb ausländischen Besuchern empfohlen wird, einen großen Bogen um Gruppen betrunkener Thai-Männer zu machen.

Kulturelle Shows und Vorführungen traditioneller Tänze, Mor-Lam-Musik und Raketenparaden runden das Festivalprogramm ab.

(mit Material Der TAT)
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